Im Congresium in Kelsterbach trifft sich das rechte Symposium "Demo für alle"
+
Im Congresium in Kelsterbach trifft sich das rechte Symposium "Demo für alle"

Demo für alle

Der Vermieter für alle

  • Katja Thorwarth
    vonKatja Thorwarth
    schließen

Tayfur Altintop ist Geschäftsführer des Congresiums in Kelsterbach, in dessen Räumlichkeiten die "Demo für alle" stattfindet.

Am vergangenen Samstag fand das Symposium des rechts-klerikalen Vereins  „Demo für alle“ im Congresium in Kelsterbach statt. Der Veranstaltungsort befindet sich auf dem ehemaligen Gelände des Chemieunternehmens Caltex, das zwischen Kelsterbach und Raunheim jenseits urbaner Anbindung zu verorten ist.

Ansprechpartner und Geschäftsführer ist Taifur Altintop, der sich bereits während des Symposiums über die Gegendemonstranten wie folgt äußerte: „Die linken Ratten sind auch schon da.“

Das Congresium hatte im Vorfeld unter Druck gestanden, weil es seine Räume an die „Demo für alle“ vermietet hatte. Kritik auf der Facebook-Seite war mit Blockierung quittiert worden. DfA-Frontfrau Hedwig von Beverfoerde hatte sich eingangs der Veranstaltung entrüstet gezeigt über den angeblich bedrohlichen Umgang mit den Veranstaltern.  Altintop selbst äußerte sich im Gespräch mit der FR dahingehend, dass mit „linken Ratten“ nicht generell die Linken gemeint gewesen seien. Er habe das auf Leute bezogen, „die hinterhältig sind“. Er habe den Dialog gesucht, trotzdem sei er beschimpft worden.

Von denen, die wie er in einem Video gegenüber der rechten Zeitung „Junge Freiheit“ äußerte, die Congresium-Facebook-Seite zugespamt hätten: „Wir haben nur noch schlechte Bewertungen bekommen von der linken Szene. Wir wurden beschimpft als Rassisten,…, Wir sagen, jeder hat das Recht, seine Feierlichkeiten oder eine Tagung abzuhalten.“ Das einzige, was nicht erlaubt sei, sei „Extremismus. Alles, was demokratisch vereinbar ist, ist willkommen“.

Stellt sich die Frage, wie Altintop Extremismus definiert. Selbst postete er auf Facebook die Symbole der „Grauen Wölfe“, einer als rechtsextrem eingestuften Gruppierung, die laut Verfassungsschutz die Integration der türkisch-stämmigen Bevölkerung in Deutschland über Parallelgesellschaften zu verhindern beabsichtigt. Womit sie im Einklang zur deutschen Rechten stehen dürfte, die Türken im Land erst gar nicht haben will.

Er selbst will jedoch weder „Nazis gesehen, …, noch gewaltverherrlichende Parolen gehört“ haben, so Altintop, der mit seinem „Ratten“-Post tief in der Gewalt-Terminologie gestöbert hat. „ Bin ich etwa der Fremde in meiner Heimat? Schämen soll sich, der mich verachtet. Wer den Wolf verachtet, weil er sich nicht beugt und fügt, stattdessen das Schoßhündchen lobt, der schäme sich“ (deutsche Übersetzung), so postet mit einem Wolf untermalt der Vermieter der „Demo für alle“. Auf Nachfrage betont er, dass der Wolf „unser Staatssymbol“ sei, er liebe Wölfe und stehe zu Unrecht als der „Buhmann“ da. Er sei nicht homophob, betonte er mehrfach. 

Altintop fühlt sich als Rufmordopfer, der niemandem etwas angetan habe. 

Update: Der Text wurde ergänzt um eine Stellungnahme von Tayfur Altintop.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare