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Auch der Lastwagenverkehr trägt wesentlich zur Luftverschmutzung bei.

Fahrverbote in Hessen

Verkehrswende, jetzt!

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Die Debatte um die Fahrverbote in Frankfurt und anderen Städten hat ihr Gutes: Die Verkehrswende kann Fahrt aufnehmen.

Ein flächendeckendes Fahrverbot in Frankfurt oder in anderen Städten würde die Falschen treffen. Die kleinen Leute, die sich nicht mal eben so ein neues Auto leisten können, die Gewerbetreibenden, die Handwerker. Dass der Hessische Verwaltungsgerichtshof das Fahrverbot in der Frankfurter Umweltzone nur als letztes Mittel zulassen will, falls alle Möglichkeiten zur Verbesserung der Luftqualität erschöpft sind, ist ein gutes Signal für jene, die aufs Auto angewiesen sind, und paradoxerweise auch für die Umwelt.

Denn nun muss die Politik in Berlin, Wiesbaden und Frankfurt deutlich mehr tun, um die Luft in den Städten sauberer zu bekommen. Die Bundesregierung muss für geringen Schadstoffausstoß bei Neuwagen sorgen und die Hersteller zum kostenpflichtigen Nachrüsten alter Autos verpflichten. Das Land muss den Luftreinhalteplan nicht nur für Frankfurt aktualisieren und all die Ideen hineinschreiben, die für saubere Luft sorgen. Die Stadt Frankfurt muss ihren Haushalt und Fördertöpfe von Bund und Land anzapfen, um der Luftverschmutzung Herr zu werden. Das geht am besten mit einer echten Verkehrswende. 

Verkehrswende heißt, es den Autofahrern angenehmer zu machen, vom eigenen Wagen auf Bus, Bahn oder Fahrrad umzusteigen. Das geht mit günstigen Tickets, wenigen Störungen, schnellen Takten. Fahrradfahrer müssen sich wiederum sicher im Straßenverkehr bewegen können - durch eine ausgebaute Radinfrastruktur.

Auch E-Mobilität hilft: Dass Wiesbaden die komplette Busflotte auf Elektrobusse umstellt, ist konsequent; Frankfurt wird mit seinen fünf Elektrobussen bald zur Nachhut zählen. Beim Radverkehr hat der Radentscheid Frankfurt seine Vorschläge auf den Tisch gelegt. Nun ist die Stadt Frankfurt am Zug. Wer die Verkehrswende will, muss auch bereit sein, dafür Geld auszugeben.

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