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Verkehrschaos befürchtet

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Bürgermeisterin Antje Runge (mit Mikro) wirbt für das künftige Wohngebiet „Mutter-Teresa-Straße“. Christiane Paiement-gensrich
Bürgermeisterin Antje Runge (mit Mikro) wirbt für das künftige Wohngebiet „Mutter-Teresa-Straße“. Christiane Paiement-gensrich © cg

Bedenken zu Baugebiet „Mutter-Teresa-Straße“

OBERURSEL - Noch versperrt Gestrüpp den Blick von der Wallstraße auf die Zufahrt der künftigen Tiefgarage. Hier und an der Kreuzung Spessartstraße/Bommerheimer Straße sollen die rund 336 künftigen Bewohner des geplanten Wohngebiets „Mutter-Teresa-Straße“ zu ihren unterirdischen Parkplätzen rollen können. Acht Mehrfamilienhäuser, vier Doppelhäuser und ein Einzelhaus sind geplant, insgesamt 137 bis 140 Wohneinheiten. Die Mehrfamilienhäuser sollen je drei Stockwerke und ein Staffelgeschoss bekommen.

Anwohner fürchten jedoch, dass die zusätzlichen Autos die Bommersheimer Straße verstopfen könnten, vor allem zu den Hauptverkehrszeiten. Zum Thema Verkehrsplanung des Bauvorhabens hatte die Stadt zur Begehung eingeladen. Rund 50 Personen waren zu der informellen Bürgerbeteiligung gekommen. „Ich bin mir sicher, dass das zum Verkehrschaos führen wird“, sagte Lorenz Hieronymi (OBG Freie Wähler) vom Ortsbeirat.

Uli Molter, bei der Stadt Abteilungsleiter für Nachhaltigkeit und Mobilität, widersprach: „Aus verkehrlicher Sicht spricht nichts gegen das Vorhaben.“ Das habe ein Verkehrsgutachten ergeben, das den voraussichtlichen Verkehr bis 2030 berechnet. Grundlage sei eine Verkehrszählung aus dem Jahr 2019. Eingerechnet sei pro Jahr eine allgemeine Verkehrszunahme um 0,25 bis 0,35 Prozentpunkte. Demnach rollten derzeit 200 bis 300 Kraftfahrzeuge pro Stunde durch die Bommersheimer Straße, verträglich seien bis zu 1000 Kfz pro Stunde. Die Bommersheimer Straße sei nämlich eine sogenannte „Sammelstraße“. In der Wallstraße dagegen, die als Wohnstraße gelte, seien bis zu 400 Kfz pro Stunde verträglich. Bei der Zählung seien dort im morgendlichen Berufsverkehr zwischen 7.30 und 8.30 Uhr 231 Kfz pro Stunde gezählt worden und in der Nachmittags-Spitzenzeit zwischen 16.45 und 17.45 Uhr seien es 296 Kfz pro Stunde gewesen. Durch die Bewohner des künftigen Wohngebiets kämen morgens 55 Fahrten hinzu und nachmittags 85 Fahrten.

Bommersheimer Straße ist relativ eng

Die Bommersheimer Straße sei relativ eng, der Fußgänger- und Fahrradweg zu schmal und die Fahrradsymbole auf der Straße bedeuteten wohl, dass Radfahrer auf der Fahrbahn fahren sollten, wandte ein Bürger ein. Und eine Anwohnerin fürchtete um die Sicherheit der Schulkinder. Dass Bommersheimer Straße und Wallstraße Schulwege seien, sei berücksichtigt worden, versicherte Molter. Die weißen rechteckigen Schilder unterdessen, auf denen „Fahrrad frei“ stehe, bedeuteten, dass Radfahrer auf dem Fußweg fahren dürften, aber nicht müssten, erklärte er. Auch die auf den Straßen-Asphalt aufgemalten Fahrradsymbole bedeuteten keine Verpflichtung für Radfahrer, dort zu fahren. Die Fahrbahnbreite der Bommersheimer Straße von 5,50 Meter sei für eine solche Straße üblich, so Molter weiter. Er gab aber zu: „Vielleicht würde man sie heute breiter bauen.“ Im Übrigen gebe es kein Recht auf flüssigen Verkehr. Staus in Stoßzeiten gehörten zum Leben dazu. Das prognostizierte Fahrzeugaufkommen liege weit unter den Grenzwerten, auch die Kreuzungen Wallstraße/Bommerheimer Straße und Bommersheimer Straße/Frankfurter Landstraße seien leistungsfähig genug.

Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) warb für das neue Wohngebiet: „Das ist einer der wenigen Orte, an denen es noch möglich ist, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Sie denke da an städtische Belegungsrechte für Menschen in sozialen Berufen, wie Erzieherin und Erzieher oder Pflegerin und Pfleger, kurzum „Mitarbeiter im niedrigen Lohnsegment, die für unsere Infrastruktur arbeiten“. Insgesamt 33 Wohnungen sollten bezahlbarer Wohnraum werden. Das neue Wohngebiet (rund 18 000 Quadratmeter) sei als „komplett verkehrsberuhigter Bereich“ geplant, mit Grünzug und Spielplatz, ergänzte Molter. Bauträger ist die kirchliche Gemeinnützige Siedlungswerk (GSW) GmbH.

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