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Wer nach Feierabend über die Salzbachtalbrücke muss, braucht weiterhin starke Nerven und Geduld.

Verkehr

Wiesbaden: Salzbachtalbrücke bleibt zweispurig

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Bauarbeiten an der Salzbachtalbrücke auf der A66 bei Wiesbaden behindern den Verkehr. Autofahrer weichen den Staus durch Wiesbaden aus. 

Der Verkehr in der Wiesbadener Innenstadt leidet weiter unter den Problemen an der Salzbachtalbrücke auf der A66. Doch die kommunale Verkehrspolizei hat am Freitag versucht, mit Verkehrsposten für ein besseres Abfließen des Verkehrs in der Stadt zu sorgen. „Das klappt gut“, sagte ein Beamter zur Frankfurter Rundschau. So standen zum Feierabendverkehr je zwei Polizisten an der Biebricher Allee sowie an der Rheingaustraße. Diese Methode wolle man auch in den kommenden Tagen aufrechterhalten, so lange, bis eine andere Lösung gefunden ist.

Anfang der Woche hatte Hessen Mobil einen Baufehler an der Salzbachtalbrücke festgestellt und die während der Bauarbeiten verfügbaren drei Spuren auf nur noch zwei reduziert. Dies führte und führt noch immer zu kilometerlangen Staus entlang der Strecke. Viele Autofahrer versuchen die Verkehrsbehinderungen zu umgehen, indem sie durch Wiesbaden fahren. Doch auch hier sorgte das Mehraufkommen an Fahrzeugen für Staus. Der Leiter des Straßenverkehrsamtes, Winnrich Tischel, erklärte bereits Mitte der Woche, dass es zu einem Verkehrskollaps in Wiesbaden führe, wenn der Fernverkehr von den Autobahnen in der Not durch das Stadtgebiet fahre.

Die kommunale Verkehrspolizei kontrolliert mit Streifen mögliche Schleichwege abseits der Autobahnen, die Autofahrer nutzen, um den langen Wartezeiten auf der Brücke zu entgehen. Doch nur wenn Polizeistreifen frei seien, könnten sie kontrollieren. Aktuell schafften die Beamten es nicht, alle Wege zu beobachten.

Ob es demnächst wieder eine dritte Fahrspur geben kann, werde derzeit geprüft, teilte Hessen Mobil am Freitag auf FR-Nachfrage mit. Erst wenn das Ergebnis feststehe, könne auch über mögliche Realisierungsmaßnahmen gesprochen werden.

Aktuell empfiehlt die Straßenbehörde die Nutzung weiträumiger Umleitungen über die A671 bis zum Mainspitzdreieck bei Bischofsheim (Kreis Groß-Gerau), die A60 (Mainzer Ring) und die Schiersteiner Autobahnbrücke (A643). Der Umweg bei Beachtung der Umleitungsempfehlung beispielsweise über den Mainzer Ring betrage im ungünstigsten Fall maximal 30 Kilometer, teilte Hessen Mobil mit.

Anträge auf Sperrungen von Autobahnzubringern lagen der Behörde am Freitag nicht vor. Das Wiesbadener Verkehrsamt hatte mit dem Gedanken gespielt, die Abfahrten von der Autobahn nach Wiesbaden zu sperren.

Die Baufirma, die bei Bohrungsarbeiten Spannglieder aus Stahl angebohrt oder durchtrennt und dadurch die Tragfähigkeit der Brücke beeinträchtigt hatte, führt noch Arbeiten an der Brücke durch. Hessen Mobil hat bereits Schadensersatz angekündigt, und die Firma habe den Schaden auch bereits der Versicherung gemeldet.

Ob die Schäden zur Verzögerung bei der Fertigstellung der Brücke führen werden, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen. Der Brückenneubau erfolgt in zwei Teilen – dem südlichen und dem nördlichen. Als Erstes soll der südliche Teil neu errichtet werden, dies soll Ende 2021 abgeschlossen sein. Anschließend beginnen die Arbeiten am nördlichen Teil.

Hessen Mobil erklärte, dass im Rhein-Main-Gebiet auch in den kommenden Jahren weitere Brückenbauwerke ersetzt und saniert werden müssten. Derartige Verkehrsbehinderungen wie aktuell bei der Salzbachtalbrücke würden von der Straßenbehörde allerdings nicht erwartet.

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