Hanau

Verein plant Waldorfschule in Hanau

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Die Einrichtung soll 2021 mit einer ersten Klasse öffnen. Eine weitere Gruppe will das Montessori-Konzept verwirklichen.

Gundula Pfältzer ist von der Waldorfpädagogik überzeugt. „Sie hat mich bereichert und tut es nach wie vor“, sagt die Ärztin. Sie habe an ihrer Waldorfschule – der ersten in Weimar – zum Beispiel verinnerlicht, sich etwas selbst zu erarbeiten, mit Krisen gut umzugehen, und die handwerklichen Tätigkeiten geschätzt.

Deshalb besuchen ihre Kinder den Hanauer Waldorfkindergarten, der im historischen Gebäude der ehemaligen Geibelschule an der Philippsruher Allee zu Hause ist. Danach sollen sie die Möglichkeit haben, eine Waldorfschule zu besuchen: Pfältzer möchte mit weiteren Mitgliedern des Waldorfschul- und Kindergartenvereins Hanau und Unterstützern hier eine solche Schule gründen. Bislang gibt es weder in Hanau noch im Main-Kinzig-Kreis eine. Zum Schuljahr 2020/21 wollen sie mit einer ersten Klasse starten und schließlich alle Schulabschlüsse anbieten. Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen hat die Pläne genehmigt und ist Kooperationspartner.

Ein Grundkonzept haben die Initiatoren bereits entwickelt, jetzt wird am Lehrplan gearbeitet. Ein besonderes Augenmerk wird auf der „Salutogenese“ liegen. Einem Waldorf-Baustein, der die Gesundheit erhalten soll, mit Hilfe einer ausgewogenen Mischung „von Aktivität und Passivität, Konzentration und Entspannung“. Darüber hinaus, so Pfältzer, will die Schule im multikulturellen Hanau Vielfalt leben und dies vermitteln.

Der Verein existiert bereits seit 1981. Der Kindergarten wurde drei Jahre später eröffnet und wird derzeit von 40 Kindern im Alter von zwei bis sieben Jahren besucht. Initiativen für eine Schule gab es schon früher, doch sie konnten ihr Ziel nicht verwirklichen, etwa wegen der vielen gesetzlichen Vorgaben. Pfältzer und ihre Mitstreiter sind fest entschlossen – und sehen den richtigen Zeitpunkt gekommen: Hanau ist stark gewachsen, auf fast 100 000 Einwohner, die Nachfrage nach alternativen Bildungsangeboten gestiegen. Hinzu komme, dass die Kapazitäten an den anderen Waldorf-Schulstandorten in der Region – Frankfurt, Dietzenbach, Bad Nauheim – ausgeschöpft seien.

Aktuell sucht der Hanauer Verein nach Lehrern und einer passenden Immobilie. Nach den Worten von Gundula Pfältzer wird auch darüber nachgedacht, einen Neubau zu errichten. Ein Teil der Kosten soll mit Hilfe von Spenden finanziert werden.

Das Schulamt, das letzten Endes entscheidet, steht dem Projekt positiv gegenüber, Hanaus Bürgermeister und Schuldezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) auch: „Wenn die Voraussetzungen – etwa beim Personal und Gebäude – geschaffen sind, kann das Angebot die Schullandschaft als Ergänzung bereichern. Die Stadt habe nichts dagegen, im Gegenteil, schließlich muss sie wegen des Zuzugs mehrere Grundschulen erweitern beziehungsweise neu bauen.

Neben der Waldorfschule könnte bald eine andere Initiative entscheidend vorankommen: Der 2015 gegründete Verein Montessori Hanau will die pädagogischen Prinzipien in einer Einrichtung mit Kindergarten und Grundschule verwirklichen. Das Konzept steht schon länger, Schwierigkeiten bereitete jedoch die Suche nach einem Standort. Jetzt hat die Gruppe dem Vernehmen nach einen Platz in Aussicht.

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