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Verdächtige ohne Waffenschein

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Wetterau - Am Donnerstag vergangener Woche sind auf Antrag der Staatsanwaltschaft vier Objekte im östlichen Wetteraukreis durchsucht worden. Dabei wurden unter anderem verbotene Waffen und Betäubungsmittel sichergestellt. Auf Nachfrage waren weitere Details zu den Verdächtigen zu erfahren.

Aufgrund von Hinweisen, dass die drei Verdächtigen im Alter zwischen 33 und 49 Jahren, die einer „rechten Gruppierung“ angehören sollen, Waffen und Drogen besäßen, hatte das Amtsgericht Gießen vier Durchsuchungsbeschlüsse erlassen. Diese betrafen nach Auskunft von Rouven Spieler, Sprecher der Staatsanwaltschaft, drei Wohnungen und ein Gartengrundstück in Ranstadt, Nidda und Gedern.

Den Verdächtigen würden unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln und Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen, teilte Spieler mit.

In einer Pressemitteilung berichtete die Polizei, dass bei den Durchsuchungen, an denen auch Spezialkräfte und die Waffenbehörde des Wetteraukreises beteiligt waren, umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden sei. Darunter seien verbotene Gegenstände (unter anderem Wurfstern, Faustmesser, Morgenstern und Schlagring), mehrere Waffenteile, Munition, kleinere Mengen Betäubungsmittel sowie einige Datenträger und Mobiltelefone gewesen.

Auf Nachfrage teilte der Wetteraukreis mit, dass keinem der Verdächtigen eine Erlaubnis zum Besitz von Waffen erteilt worden sei. Sie seien jedoch in der Vergangenheit auch nicht durch Delikte aufgefallen. Staatsanwalt Spieler erklärte, dass er zu eventuellen Vorstrafen der 33, 35 und 49 Jahre alten Männer, von denen einer aus Thüringen und zwei aus dem Wetteraukreis stammen, derzeit noch keine Auskünfte geben könne. Nicht bestätigte Verdachtsmomente aus der Vergangenheit dürften aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes und der Unschuldsvermutung nicht mitgeteilt werden. Weitere Maßnahmen außer den Durchsuchungsbeschlüssen seien gegen die Verdächtigen nicht verhängt worden.

Auch in den Kommunen selbst ist wenig über die Verdächtigen bekannt, da sie sich offenbar weitgehend unauffällig verhalten hatten. „Der Verdächtige ist bekannt“, berichtete Niddas Bürgermeister Thorsten Eberhard. „Er ist wohl das ein oder andere Mal ordnungsrechtlich aufgefallen.“ Jedoch seien keine Delikte, die zu den Anlässen der Durchsuchung passen, darunter gewesen. Die Stadtverwaltung Gedern berichtete, dass über den Verdächtigen, dessen Wohnung im Stadtgebiet durchsucht wurde, wenig bekannt sei. Er sei erst vor Kurzem nach Gedern gezogen.

Auch Ranstadts Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel konnte keine näheren Angaben zu dem Verdächtigen aus ihrer Gemeinde machen. Bezüglich der Delikte, die Anlass für die Durchsuchungen waren, sieht sie in ihrer Gemeinde ebenso wie Eberhard keine besondere Häufung. „Ich würde sagen, das ist nicht mehr und nicht weniger als in anderen Kommunen auch.“ ten

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