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VCD: Kritik an Kinzigtalbahn

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Von: Florian Leclerc

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Die Kinzigtalbahn fährt nach Fulda.
Die Kinzigtalbahn fährt nach Fulda. © Christoph Boeckheler

Auf der Kinzigtalbahn zwischen Frankfurt und Osthessen sollen neue Züge eingesetzt werden. Der VCD weist darauf hin, dass die Einstiegshöhe nicht zu den Bahnsteigen passt.

Zwischen Frankfurt und Osthessen, auf der Kinzigtalbahn, wird die DB Regio über das Jahr 2025 hinaus bis 2040 die Linien RE50 (Frankfurt – Fulda – Bebra) und RB51 (Frankfurt – Wächtersbach) betreiben. Das teilten der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) mit. Vorausgegangen war eine europaweite Ausschreibung.

Den Angaben zufolge verkürzt sich die Fahrzeit des RE50 zwischen Frankfurt und Fulda um acht Minuten. Gefahren werde im Stundentakt. Alle zwei Stunden, in der Hauptverkehrszeit jede Stunde, gehe es von Fulda nach Bebra. Eingesetzt würden 29 neue Doppelstockzüge vom Typ Alstom Coradia Stream HC. Sie hätten bis zu 1080 Sitzplätze. „Die Verbesserungen auf der Kinzigtalbahn zeigen beispielhaft, wie der öffentliche Nahverkehr noch attraktiver wird, wenn es die finanziellen Spielräume erlauben“, teilte der RMV-Geschäftsführer Knut Ringat mit.

Keine vollständige Barrierefreiheit auf Kinzigtalbahn

Der alternative Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Hessen kommt zu einem anderen Ergebnis. „Trotz gesetzlicher Vorgaben und aktiven Engagements der Kommunen Hanau, Rodenbach, Langenselbold, Hasselroth und Gelnhausen wird Barrierefreiheit für die Fahrgäste damit verhindert. Ein stufenloses Einsteigen ist erst in den 2050er Jahren erwartbar, wenn der RMV nicht zeitig reagiert“, sagte Till Schäfer, Mitglied im Landesvorstand des VCD Hessen. Er verwies auf eine „Wiedereinsatzgarantie für die Vertragsperiode nach 2040“.

Die neuen Doppelstockzüge hätten eine Einstiegshöhe von 60 Zentimetern. Ein barrierefreier Einstieg sei damit nur zwischen Hünfeld und Bebra möglich. Dort liege die Bahnsteighöhe bei 55 Zentimetern. Im Kinzigtal würden die Bahnsteige auf 76 Zentimeter erhöht. „Barrierefreiheit ist nur dort zu erwarten, wo es sie heute schon gibt“, sagte Schäfer.

Das widerspreche dem Dialogprozess zur Aus- und Neubaustrecke Hanau–Fulda. Dort hätten sich die Kommunen beim Bundestag für barrierefreie Bahnsteige stark gemacht. Der RMV kenne den Dialogprozess. Der VCD Hessen forderte den RMV zu einer Umbestellung der Züge auf. Mindestens ein Wagen pro Zugteil müsse barrierefrei für 76-Zentimeter-Bahnsteige sein. Der RMV müsse darlegen, wie er die Barrierefreiheit erreichen wolle.

Der VCD kritisierte auch, das Zugangebot werde reduziert. Die meisten RE5-Züge seien im Fahrplan nicht mehr enthalten. Fahrzeitkürzungen der RE50-Züge sowie die leichte Erhöhung der Sitzplätze kompensierten die Angebotskürzung nicht. Die Verbindung von Sinntal nach Gelnhausen dürfe beim Umweg über Flieden nicht teurer werden als der heutige Weg. Durch den neuen Fahrplan entstünden in Hanau, Gelnhausen, Flieden, Fulda und in Bebra teilweise erheblich längere Umsteigezeiten.

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