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Der Angeklagte Stephan Ernst (r.).
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Der Angeklagte Stephan Ernst (r.).

Mordfall

Urteil im Lübcke-Prozess soll Ende Januar fallen

  • vonHanning Voigts
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Der Prozess zum Mordfall Walter Lübcke biegt auf die Zielgerade ein: Noch vor Weihnachten soll die Bundesanwaltschaft ihr Plädoyer halten, Ende Januar sollen die Urteile fallen.

Im Strafprozess zum Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke sollen am 26. Januar die Urteile verkündet werden. Wie das Oberlandesgericht Frankfurt am Dienstag mitteilte, ist nach momentaner Planung vorgesehen, dass die Bundesanwaltschaft am kommenden Dienstag, 22. Dezember, ihr Plädoyer hält. Am 12. Januar könnten dann die Nebenklage plädieren, am 14. Januar die Anwälte des Hauptangeklagten Stephan Ernst und am 21. Januar die Verteidigung des wegen Beihilfe zum Mord angeklagten Markus H.

Der Vorsitzende Richter Thomas Sagebiel sagte am Dienstag im Gerichtssaal, der Senat wolle die Beweisaufnahme schließen, im besten Fall bereits am kommenden Donnerstag. „Wir sind mit unserem Programm am Ende“, sagte Sagebiel. Am Donnerstag soll erneut ein Waffenexperte vom Bundeskriminalamt befragt werden, der bereits im September im Prozess ausgesagt hatte.

Holger Matt, der Anwalt der Angehörigen von Walter Lübcke, die in dem Prozess als Nebenkläger:innen auftreten, trug am Dienstag einen neuen Beweisantrag vor, zum Tatablauf in der Nacht zum 2. Juni vergangenen Jahres auf der Terrasse der Familie in Wolfhagen-Istha. Bisher wurde geklärt, dass Walter Lübcke aus einem bis eineinhalb Meter Entfernung erschossen wurde. Das Projektil traf ihn oberhalb des rechten Ohres, während er auf seinem Gartenstuhl saß. Aufgrund des Schusskanals ist davon auszugehen, dass der Täter im rechten Winkel zum Opfer stand.

Die Familie Lübcke glaubt dem Hauptangeklagten Stephan Ernst inzwischen seine vor Gericht gemachte Aussage, dass er nicht allein am Tatort war, sondern mit seinem damaligen Freund Markus H. So erklärt die Familie sich, dass Lübcke Ernst bei der Schussabgabe offenbar nicht angesehen hat. Ernst hatte die Frage von Irmgard Braun-Lübcke, der Witwe des Opfers, ob ihr Mann in den letzten Sekunden seines Lebens Markus H. angeschaut habe, mehrfach mit „Ja“ beantwortet. Über den Experten vom Bundeskriminalamt will die Familie klären, wo genau Ernst auf der Terrasse gestanden haben könnte. Rechtsanwalt Matt lud das Gericht im Namen der Familie Lübcke auch ein, sich den Tatort in Wolfhagen-Istha selbst anzusehen.

Richter Sagebiel fragte dann noch den Psychiater Norbert Leygraf, ob sich an seiner Einschätzung zur Persönlichkeit von Stephan Ernst etwas geändert habe. Der renommierte Gutachter, der Ernst lange gesprochen und während des Prozesses beobachtet hat, verneinte das. Mitte November hatte Leygraf dem Gericht vorgetragen, dass er Ernst für voll schuldfähig halte und dieser sich von seiner rechtsextremen Gesinnung bis heute nicht ernsthaft gelöst habe.

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