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Justitia
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Offenbach

Urteil gegen "Hessens nettesten Bankräuber"

  • Danijel Majic
    vonDanijel Majic
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Benjamin F. überfiel vor zwei Jahren drei Banken. Mit seiner Vorgehensweise hatte er sich den Titel "Hessens nettester Bankräuber" eingehandelt. Das Urteil eines Offenbacher Gerichts fällt relativ milde aus.

Marijuana ist nicht gut. Entertainer Helge Schneider hat das gesagt, und wer wären wir, ihm zu widersprechen. Leider scheint sich diese Weisheit nicht bis nach Obertshausen rumgesprochen zu haben. Zumindest nicht rechtzeitig, um Benjamin F. davon abzuhalten, sich den wenig schmeichelhaften Titel „Hessens nettester Bankräuber“ (Bild) einzuhandeln. Am Mittwoch findet er sich dafür in Offenbach auf der Anklagebank wieder.

Knapp zwei Jahre ist es her, dass F. Polizei und Medien vor ein Rätsel stellte. Drei Banküberfälle zwischen Juli und Dezember 2011 nach demselben Muster. Ein leidlich vermummter Mann betritt Bankfilialen in Rodgau und überreicht den Kassierern einen Zettel. Die Botschaft: Dies ist ein Überfall, ich habe Sprengstoff und eine Pistole – und die jeweilige Forderung.

Auffällig sind die verlangten Beträge. Beim ersten Mal 1000, beim zweiten Mal 750 und beim letzten mal 400 Euro, jeweils in 50 Euro-Scheinen. Anschließend verlässt F. die Bank wieder, ohne ein Wort gesprochen zu haben. Beim letzten Versuch aber auch ohne Beute, denn auf den Einwand des Kassierers, dass man ihm ohne ein Konto bei der Bank auch kein Geld auszahlen könne, weiß F. nichts zu erwidern. Und eine Waffe hat er auch nie dabei.

Neue Hinweise nach ZDF-Sendung

Erst nachdem die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ über den Fall berichtet hatte, fanden sich Hinweise auf F.. Im Dezember 2012 wurde er verhaftet – in seiner völlig verwahrlosten Wohnung, aus der längst alle Wertgegenstände verschwunden waren.

Man könnte sagen, sie haben sich in Rauch aufgelöst. Genau so wie die Beute. Die will F., nach eigenen Angaben seit dem 16. Lebensjahr schwer cannabissüchtig, dafür verwandt haben, Schulden beim „Türken“ zu begleichen – seinem Stammdealer, den er nur unter diesem Spitznamen kennt. Bei dem habe er immer wieder auf Kredit Gras gekauft, solange bis sich kleinere Schuldenberge aufgehäuft hätten, die der inzwischen 28-jährige Hartz-IV-Empfänger nicht begleichen konnte, was dem „Türken“ naturgemäß nicht so gut gefiel. Und auch nicht dessen großem Bruder, mit dem F. wohl mehrfach gedroht wurde, wenn es nicht gleich Schläge setzte.

Im Prozess wird deutlich, dass F. wohl tatsächlich ein Mensch ist, der sich durch seine Abhängigkeit oft selbst ein Bein stellt. Inzwischen befindet er sich in Therapie. Das Urteil fällt milde aus. Zwei Jahre auf Bewährung und 150 Sozialstunden.

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