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Der um 1939 angelegte Neue Friedhof an der Mühlheimer Straße ist die zentrale Begräbnisstätte in Offenbach.
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Der um 1939 angelegte Neue Friedhof an der Mühlheimer Straße ist die zentrale Begräbnisstätte in Offenbach.

Offenbach

Urnenbestattungen in Offenbach werden teurer

  • Agnes Schönberger
    vonAgnes Schönberger
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Die Friedhofsgebühren in Offenbach steigen ab Januar 2021. Künftig sind Grabsteine aus Kinderarbeit und der Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln verboten.

Die Gebühren für Bestattungen auf Offenbachs Friedhöfen steigen ab Januar 2021 um bis zu 7,3 Prozent. Auch die Nutzung der Trauerhallen wird teurer. 30 Minuten kosten dann 209 statt bislang 194 Euro. Das sieht eine Magistratsvorlage vor, die die Stadtverordneten in der Sitzung am Donnerstag beschließen sollen. Geplant ist auch eine Änderung der Friedhofssatzung. Grabsteine aus Kinderarbeit sollen künftig verboten werden.

Die Gebührenerhöhung hat nicht nur mit steigenden Kosten für Pflege und Unterhalt der fünf städtischen Friedhöfe zu tun, sondern auch mit einer geänderten Bestattungskultur. Das Erdgrab wird kaum noch nachgefragt. In Offenbach entfielen nach Angaben der Stadt im letzten Jahr 84 Prozent der Grabarten auf Urnenbestattungen und nur 16 Prozent auf die teurere Erdbestattung.

Friedhofsgebühren

Stark zugenommen haben anonyme Beisetzungen. 2005 wurden in Offenbach lediglich 54 registriert, 2020 werden es laut Hochrechnung 612 sein. Hinzu kommen Angebote, die es früher nicht gab: 59 Rasengräber (die Zahlen beziehen sich auf 2020), 184 Baumbestattungen und 97 Grabfelder in „Memoriam-Gärten“.

Dass immer häufiger eine günstige Bestattungsform gewählt wird, hat Folgen. Die Friedhofsgebühren, die zuletzt Anfang 2018 geändert worden waren, müssen neu kalkuliert werden. Sie müssen kostendeckend sein. Auf Rücklagen kann die Stadt nicht mehr zurückgreifen, sie sind aufgebraucht.

Ein Vergleich zeigt, dass die Gebühren in Offenbach auch nach der Anhebung mal höher oder niedriger als in den Nachbarkommunen sind. Für ein Erdgrab mit 30-jährigem Nutzungsrecht ist künftig mit 3431 Euro nur ein Euro mehr als bisher zu zahlen, in Frankfurt ist diese Bestattungsform 125 Euro günstiger.

Ein Urnen-Dauergrab mit 30 Jahren Nutzungsrecht wird 3,7 Prozent teurer. Künftig sind 1747 Euro zu zahlen, das ist günstiger als in Hanau, Mühlheim und Frankfurt. Die 30-minütige Nutzung der Trauerhalle kostet ab Januar 209 Euro. Doch dabei wird es nicht bleiben. Wie berichtet, soll die marode Trauerhalle auf dem Neuen Friedhof abgerissen und neu gebaut werden. Die Stadt hat sich ein Limit gesetzt. Die Gebühr soll trotz hoher Kosten 250 Euro nicht übersteigen.

In der neuen Satzung wird auch der Umweltschutz bei der Grabpflege festgeschrieben. Damit wird Friedhöfen als grünen Oasen mit Bedeutung fürs städtische Klima und die Artenvielfalt Rechnung getragen. Künftig gilt ein Verbot von Pflanzenschutz- und Unkrautbekämpfungsmitteln. Särge und Urnen müssen aus leicht verrottenden Naturprodukten bestehen.

Neu ist auch die Regelung, wonach keine vollständig anonymen Bestattungen mehr stattfinden. Damit sei man dem Wunsch vieler Hinterbliebener nachgekommen, teilte die Stadt mit. Künftig gibt es teilanonyme Grabstätten. Angehörige können zur Beisetzung kommen und sehen, wo Verstorbene ihre letzte Ruhe finden. Eine Kennzeichnung des Bestattungsortes erfolgt aber nicht.

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