Warum nicht mal Wehrheim statt Washington? Ministerin Hinz empfiehlt Urlaub in Hessen.
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Warum nicht mal Wehrheim statt Washington? Ministerin Hinz empfiehlt Urlaub in Hessen.

Tourismus

Im Urlaub Natur in Hessen erleben

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Hessens Umweltministerin Priska Hinz wirbt für Ferien in Hessen und unterstützt heimische Hotels. Wegen der Corona-Pandemie waren die Hotel-Übernachtungen zuletzt komplett eingebrochen.

Hessens gebeutelte Tourismusbranche hofft, dass die Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie das Naturerlebnis in ländlichen Regionen des Bundeslandes suchen, hier einkehren und übernachten. Die „Landtourismusstrategie“, die am Donnerstag in Wiesbaden vorgestellt wurde, komme jetzt „goldrichtig“, sagte die für den ländlichen Raum zuständige Umweltministerin Priska Hinz (Grüne).

Sie präsentierte die neue Strategie gemeinsam mit Julius Wagner, dem Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gastronomieverbandes Hessen. Nach dessen Angaben waren die Hotel-Übernachtungen im ländlichen Hessen seit März fast komplett eingebrochen.

Am Pfingstwochenende sei das Tourismusgeschäft wieder besser gelaufen, doch habe die Auslastung der Betriebe im Durchschnitt nur bei der Hälfte des Üblichen gelegen. Seit dem 15. Mai dürfen die hessischen Hotels wieder Zimmer an Touristen vermieten, unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln.

Hessen-Reisende

Auf 350 Millionen Tage summiert sich der Aufenthalt von Touristen und Geschäftsreisenden in Hessen pro Jahr. Drei Viertel davon sind Tagesgäste, ein Viertel bleibt über Nacht.

2,2 Tage verbringen die Gäste im Schnitt in Hessen. Diese Dauer möchte Hessen gerne mit seiner Strategie erhöhen.

172,80 Euro geben Hessen-Reisende durchschnittlich pro Tag aus. pit

Schon vor der Corona-Krise hatten zahlreiche Hotels und Gaststätten auf dem Land in Schwierigkeiten gesteckt. Darauf reagiert die Strategie. So sollen die Betreiber laut Julius Wagner Hilfe bekommen, um sich besser in der digitalen Welt darstellen zu können und elektronische Buchungen zu erleichtern.

Es bestehe „ein Nachholbedürfnis der kleinen Betriebe in Richtung Digitalisierung“, formulierte der Dehoga-Geschäftsführer. Ziel der Beratung müsse es sein, passgenaue Angebote für jeden Betrieb zu finden. Daneben sollten Schulungen den Betreibern helfen, die Qualität von Speisen und Service zu verbessern.

Ministerin Hinz schwärmte von den Mittelgebirgslandschaften Hessens, seinen Weingegenden und dem Nationalpark Kellerwald-Edersee. Wegen Corona würden viele Menschen ihren Urlaub in Deutschland verbringen, auch sie selbst. Das sei die Chance, Hessen als attraktives Urlaubsziel anzupreisen.

Ihr geht es ebenso wie der Tourismusbranche darum, dass Urlauber länger bleiben und wiederkommen. „Wir wollen, dass unsere Zielgruppe nicht nur für einen Tag kommt und die eigene Butterstulle mitbringt“, sagte die Ministerin. Die Strategie sieht vor, dass die regionaltypischen Besonderheiten besser vermarktet werden und auch Produkte regionaler Handwerker einbezogen werden. Als Beispiel nannte sie die Hutfabrik Wegener in Lauterbach, „deren Hüte schon J.R.Ewing aus Dallas trug und die seit 1964 immer wieder die deutschen Olympioniken ausstatten“.

Zwei Millionen Euro stellt das Land zur Verfügung, um die Strategie umzusetzen. Kleine Gaststätten oder Betreiber von Ferienwohnungen wurden bisher auch schon gefördert. Im vergangenen Jahr hätten 23 Betriebe Zuschüsse von insgesamt 1,2 Millionen Euro erhalten. In diesem Jahr seien bisher zehn Betriebe mit insgesamt 450 000 Euro gefördert worden.

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