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In Darmstadt strömte Regenwasser in das Erd- und Untergeschoss des Luisen-Centers. Die Feuerwehr setzte Pumpen ein.

Land unter

Unwetter über Hessen

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Ein heftiges Gewitter behindert Flug-, Zug- und Straßenverkehr. Auch ein  Einkaufszentrum wird geflutet.

Ein heftiges Gewitter hat am Montagnachmittag den Betrieb am Frankfurter Flughafen stark beeinträchtigt. Wie eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport sagte, legte die Deutsche Flugsicherung am Nachmittag eine sogenannte Nullsteuerung fest. Das bedeutet, dass bereits in der Luft befindliche Maschinen zwar landen konnten oder umgeleitet wurden. An Flughäfen im europäischen Umfeld starteten während der Nullsteuerung aber keine Flugzeuge in Richtung Frankfurt.

Die Arbeit auf dem Vorfeld wurde vorübergehend eingestellt. Rund 90 Minuten nach Beginn des Gewitters seien 114 Verbindungen annulliert gewesen, sagte die Sprecherin weiter. Insgesamt waren für den Tag rund 1500 Flugbewegungen am Frankfurter Airport geplant. Passagiere mussten sich auf Verzögerungen einstellen. Auf der Internetseite des Flughafens wurden sie gebeten, ausreichend Zeit für die Anreise einzuplanen und sich möglichst früh vor Abflug am Check-in-Schalter einzufinden. Wann die Nullsteuerung aufgehoben werden und der Betrieb wieder normal laufen sollte, war zunächst unklar. Am Abend sagte ein Sprecher des Flughafens, der Betrieb laufe reibungslos. Annulliert worden seien 69 Starts und 70 Landungen.

Das Gewitter sorgte in Hessen auch für vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume und Staus. Verletzt worden sei niemand, teilte die Polizei mit. Auf der Autobahn 5 bei Ober-Mörlen in der Wetterau fiel ein Baum auf den rechten Fahrstreifen, der Verkehr staute sich auf mehreren Kilometern. Wegen des starken Regens stockte auch der Verkehr auf der Autobahn 5 bei Darmstadt sowie auf der Autobahn 661 bei Frankfurt. Bei Bad Schwalbach im Rheingau-Taunus-Kreis machte eine Schlammlawine eine Landstraße unpassierbar. In Südhessen liefen mehrere Keller voll, Bäume und Verkehrsschilder knickten um. Bei Heusenstamm im Kreis Offenbach und im Kreis Waldeck-Frankenberg fielen ebenfalls Bäume auf die Straße.

Land unter an der Rolltreppe im  Luisen-Center in Darmstadt.

In Darmstadt wurden laut einer Mitteilung der Feuerwehr Bäume und Äste abgeknickt sowie Straßen und Keller überflutet. Große Mengen Regenwasser drangen in das Einkaufszentrum Luisen-Center, weitere Geschäfte und in die Tourist-Information am Luisenplatz ein. Die Luisenstraße sah zeitweise wie ein kleiner Fluss aus. Wasser sprudelte am Nebeneingang des Luisen-Centers aus einem Gulli und strömte in das Erdgeschoss des Einkaufszentrums. Die Rettungskräfte registrierten 40 Einsätze in gut zwei Stunden. Alle vier Freiwilligen Feuerwehren in Darmstadt waren alarmiert. Insgesamt wurden rund 70 Frauen und Männer mit 13 Fahrzeugen eingesetzt.

In der Nähe des Hanauer Hauptbahnhofs kam es der Deutschen Bahn zufolge zu einem Blitzeinschlag. Nach einer Prüfung fuhren die Züge wieder. Es könnten Verspätungen bis zu 15 Minuten entstehen, hieß es. (mit dpa)

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