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Jürgen Rogg, 58, strich bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag 36,23 Prozent aller gültigen Stimmen ein. privat
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Jürgen Rogg, 58, strich bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag 36,23 Prozent aller gültigen Stimmen ein. privat

Dietzenbach

Unterlegener Bewerber im Dietzenbacher Bürgermeisterwahlkampf bezieht Partei

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Am Sonntag unterlag der Grüne René Bacher im Bürgermeisterwahlkampf in Dietzenbach. Am Freitag hat er sich vor der Stichwahl am 28. März auf die Seite des Herausforderers geschlagen.

In acht Tagen werden die Dietzenbacher erneut an die Wahlurnen gebeten. Der neue Bürgermeister muss in einer Stichwahl ermittelt werden. Die Bürger und Bürgerinnen haben die Wahl zwischen Jürgen Rogg (parteilos) und Dieter Lang (SPD). Oder anders gesagt: zwischen dem Amtsinhaber, der in seine dritte Amtszeit gehen will, und dem Ersten Stadtrat. Beide erhielten in der Bürgermeisterwahl am Sonntag die meisten Stimmen. Der Dritte im Bunde, der in der ersten Runde unterlag, hat sich am Freitag klar festgelegt: René Bacher (Grüne) unterstützt Dieter Lang.

Unter dem Motto „Gemeinsam für den Wechsel“ versandte Bacher am Freitag überraschend eine Wahlempfehlung. Und begründete sie im Gespräch mit der FR: „Man muss Standpunkte beziehen.“ Die Themen Kita, Jugend, Präventionsarbeit und Umwelt müssten einen stärkeren Fokus bekommen. „Und da sehe ich die größere Ernsthaftigkeit bei Lang“, sagt der 34-Jährige. Man habe sich in der Vergangenheit gegenseitig in Magistratssitzungen unterstützt – auch wenn die Mehrheit anders entschieden habe, verlautbarte er. Es passe „inhaltlich und menschlich“.

Der Ortsverband der Grünen gebe keine direkte Wahlempfehlung für einen der beiden Kandidaten ab, sagte Bacher. Trotzdem mache seine eigene die Verhandlungsposition der Grünen (22,5 Prozent) gegenüber der CDU klar, die bei der Kommunalwahl am Sonntag mit 27,9 Prozent die meisten Stimmen erhielt: Eine Koalition komme mit den Christdemokraten nicht zustande. „Bei vielen Abstimmungen in den letzten Jahren liefen wir parallel mit der SPD“, so Bacher. Allerdings brauchen SPD und Grüne noch eine dritte Fraktion für eine Koalition. „Rot-Rot-Grün muss es nicht unbedingt sein“, sagt er. „Wer als dritte Kraft dazu kommt, wird sich zeigen.“ Seit Frühjahr 2018 gab es in Dietzenbach wechselnde Mehrheiten; damals kündigte die WIR-BfD die Koalition mit der CDU und der SPD auf.

Am Freitag sind auch schon die ersten Großplakate für die Bürgermeisterstichwahl in der Stadt aufgetaucht. Dieter Lang hat sie aufhängen lassen; sie tragen den Slogan „Die Zeit ist reif für einen Wechsel“. 64 Prozent der Wähler:innen hätten sich am Sonntag gegen den Amtsinhaber Rogg und somit für einen Wechsel ausgesprochen, rechnet der 56-Jährige vor. Seine Ausgangsposition sei deshalb „nicht schlecht“. „Ich erwarte ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen“, sagt er. Schon um 15 Uhr schuf er Tatsachen: Gemeinsam mit Bacher warb er an einem Infostand in der Altstadt für die Stichwahl.

„Wir werden am nächsten Sonntag einen Bürgermeister haben - und zwar mich“, sagt Amtsinhaber Jürgen Rogg trocken. Er sei nämlich noch bis einschließlich 16. November gewählt. Einen Wahlausgang will er nicht prognostizieren. „Wie im DFB-Pokal kann ein Drittligist auch einen Erstligisten schlagen.“ Rogg wird bei seiner Kandidatur von der CDU und der FDP unterstützt.

Ein richtiger Wechsel sei die Wahl seines Kontrahenten ja nicht, diagnostiziert der 58-Jährige. „Wir kommen aus der gleichen Generation.“ Die Themen, die die SPD im Wahlkampf voranschiebe, seien die Sozialthemen, „und genau die hat Lang schon bisher als Erster Stadtrat verantwortet“, sagt er. „Wo will er da einen Wechsel machen?“ Er habe Lang in den vergangenen sechs Jahren bei den Themen Jugend, Ältere, Kitas und Integration schließlich „nicht reingeredet“.

Rogg hat mehr als 10 000 neue Autogrammkarten drucken lassen sowie Wahlkampfplakate mit dem Aufdruck „Jetzt zählt’s“. Er hofft, Wähler und Wählerinnen mobilisieren zu können, die am Sonntag nicht zur Wahl gingen, weil sie dachten, der Amtsinhaber werde sowieso „einen Durchmarsch“ machen. „Das ist der Nachteil, wenn man zweimal deutlich gewonnen hat.“

Dieter Lang, 56, ist der Herausforderer, der im ersten Wahlgang am Sonntag 34,85 Prozent erzielte. privat

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