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Uni könnte in Fußgängerzone zählen

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Manchmal ist es sehr eng auf der Louisenstraße, wenn Lieferverkehr unterwegs ist. Nicht nur an Markttagen, wie hier gestern Vormittag. PRIVAT
Manchmal ist es sehr eng auf der Louisenstraße, wenn Lieferverkehr unterwegs ist. Nicht nur an Markttagen, wie hier gestern Vormittag. PRIVAT © Privat

Hohe Kosten stehen Datenerhebung durch eine Fachfirma im Weg

BAD HOMBURG - Regelmäßig gibt’s Klagen über die Fußgängerzone: Zu viel Durchgangs- Lieferverkehr und zu viele Radfahrer. Und ob Rollerfahrer legal oder illegal rollern, wird regelmäßig neu diskutiert. Deswegen hatte sich das Parlament dafür ausgesprochen, dass an zwei Tagen sämtliche Verkehrsbewegungen in der Louisenstraße beobachtet und ausgewertet werden sollen. Die Verwaltung kann das nicht selbst, informierte das Rathaus und nun den Mobilitätsausschuss. Denn um alle Verkehrsarten erfassen zu können und um festzustellen, ob es sich um Durchgangs- oder Ziel- und Quellverkehr handelt, seien mindestens fünf Zählstellen erforderlich, die zwischen 6 und 20 Uhr abzudecken wären.

Bis zu 20 000 Euro Kosten pro Tag

Man hatte auch eine Kostenschätzung eingeholt: Das befragte Büro geht von 15 000 bis 20 000 Euro aus - pro Untersuchungstag. Ein solcher Auftrag müsste ausgeschrieben werden. Deswegen kam das Thema nun zurück in die Gremien, verbunden mit zwei Vorschlägen. A: Angesichts der hohen Kosten wird auf die Zählung verzichtet. Oder B: Es werden Mittel bereitgestellt. Armin Johnert (BLB) brachte nach dem Motto: „Wer ,A‘ sagen will, sollte ,C‘ sagen“, eine dritte Option auf den Tisch: Die Zählung könnte von der Stadt in Eigenregie unter Einbeziehung von Ehrenamtlichen durchgeführt werden. Durch eine solche Untersuchung könnten sich neue Möglichkeiten eröffnen, die vielleicht irgendwann in einen Verkehrsversuch münden könnten.

Von der Koalition gab es zurückhaltende Reaktionen. Jürgen Stamm (SPD) gab zu bedenken, dass man, wenn das Großprojekt Kurhaus umgesetzt werde, ohnehin Zahlen zum Verkehr brauche. Dr. Roland Mittmann (CDU) fragte sich, ob die Verwaltung Kapazitäten hätte, eine solche Befragung auf die Beine zu stellen. Auch sei fraglich, was man mit den erhobenen Daten anfangen wolle. „Wir bräuchten eine Firma, die uns die Zahlen interpretiert.“ Als dem auch Dr. Thomas Kreuder (SPD) beipflichtete, schien das Thema schon beerdigt. Denn Freiwillige könnten eine solche Befragung und Auswertung nicht auf dem Niveau leisten, für das eine Fachfirma viel Geld verlange. „Ich will später keine Entscheidung treffen, die aufgrund der angewandten Methode in Zweifel gezogen werden könnte. Lassen Sie uns in ein bis zwei Jahren darüber reden“, schlug er vor. Dann könnte die finanzielle Situation wieder besser sein.

Eine mögliche Lösung brachte Frauke Thiel (Grüne) ein: „Die Verkehrsuntersuchung der Fußgängerzone wäre ein perfektes Thema für eine Master-Arbeit“, schlug sie vor. Sicher wäre es zu viel für einen Absolventen, „aber es gibt auch die Möglichkeit, das im Team zu machen.“ Und just die „Frankfurt University of Applied Sciences“, habe einen entsprechenden Master-Studiengang Mobilität, in dem genau solche Fragestellungen behandelt würden. „Eine Win-Win-Situation.“ So einigte sich der Ausschuss auf Variante „D“: Die Entscheidung wird vertagt. Die Stadt soll zunächst prüfen, ob Thiels Vorschlag überhaupt umsetzbar wäre und die Uni Interesse an so einem Projekt hätte.

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