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Unfallrekord in Frankfurt

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Von: Oliver Teutsch

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In Frankfurt erreichte die Zahl an Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand.
In Frankfurt erreichte die Zahl an Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand. © Andreas Arnold

Die Polizei sieht als Hauptursache für die vermehrten Unfälle in Frankfurt das gestiegene Fahrzeugaufkommen. Dennoch gibt es weniger Verkehrstote.

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Frankfurter Stadtgebiet hat 2017 ein neues Rekordhoch erreicht. Im vergangenen Jahr kam es zu 19.252 Unfällen. Das war noch mal eine leichte Steigerung im Vergleich zu 2016. Da die Unfälle auf den zu Frankfurt gehörenden Autobahnen leicht zurückgingen, blieb die Gesamtzahl etwa gleich.

Als einen Grund für die erneute Zunahme der Unfälle im Stadtgebiet nannte Polizeidirektor Tim Heinen von der Verkehrsdirektion der Frankfurter Polizei das hohe Fahrzeugaufkommen: „Wir haben eine immer höhere Verkehrsdichte auf engem Raum.“ Die Zahl der in Frankfurt zugelassenen Autos lag 2017 bei rund 337.000. Das waren 7000 mehr als 2016. Die Zahl der insgesamt zugelassenen Kraftfahrzeuge lag bei 376.226.

Mehr Verkehr und Vorfahrten missachtet

Zudem pendeln täglich immer mehr Autofahrer in die Stadt ein. Waren es 2014 noch 335.000 Fahrzeuge, die täglich aus dem Umland in die Stadt fuhren, lag die Zahl im vergangenen Jahr bei 354.397. Zieht man die gut 90.000 täglichen Auspendler ab, befinden sich wochentags rund 600.000 Autos in der Stadt. 

Wegen des hohen Aufkommens ist anders als in früheren Jahren überhöhte Geschwindigkeit auch nicht die Hauptursache der Unfälle. Neben dem Missachten der Vorfahrt ist der zu geringe Abstand die Unfallursache Nummer eins. An dritter Stelle folgt das Abbiegen. Die Unfälle beim Abbiegen haben sich von 2016 bis 2017 mehr als verdoppelt, auch hier ist das hohe Aufkommen neben vielen Baustellen eine der gewichtigen Ursachen.

Als ein Unfallschwerpunkt hat sich hierbei die Ecke Friedberger Landstraße/Rat-Beil-Straße herausgestellt, wo Autofahrer nach rechts abbiegen und dabei Radfahrer übersehen, die geradeaus fahren wollen. Um die Gefahr zu minimieren, soll demnächst ein Piktogramm mit Radfahrer auf die Stelle aufmerksam machen.

Das hohe Verkehrsaufkommen als Hauptunfallursache lässt sich auch an einer ganz anderen Statistik ablesen: Die meisten Unfälle im Stadtgebiet passieren zwischen 16 und 17 Uhr sowie an Dienstagen und Donnerstagen. Dann, wenn die meisten Berufspendler unterwegs sind. „Der Trend geht zu einer Viertagewoche“, sagte Polizeidirektor Heinen, der am Freitag trotzdem eine zufriedenstellende Unfallbilanz zog: „Wir haben viel Licht und wenig Schatten.“ 

Denn die Unfälle waren weniger schwer, fast folgerichtig, wenn es sich vielfach um Auffahrunfälle handelt. Die Zahl der im Stadtgebiet getöteten Personen sank von 13 auf neun, erstmals überhaupt seit Erhebung der Unfallzahlen war im vergangenen Jahr kein Kind unter den Todesopfern. Stark zurückgegangen sind auch die Unfälle mit Fußgängern. Die Zahl der verunglückten Fußgänger sank von 449 auf 383, die der dabei getöteten von sechs auf zwei. 

Den Schatten der Unfallbilanz sieht der Leiter der Verkehrsdirektion bei den Unfallfluchten. Sie erreichten 2017 mit 7365 ein neues Rekordhoch. „Bei vier von zehn Unfällen flüchtete der Fahrer“, so Heinen. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Autofahrer bei den glimpflichen Blechschäden ungern warten, gab Heinen zu bedenken. Allerdings stiegen auch die Fluchten bei Unfällen mit Schwerverletzten von zehn auf 22. 

Das zweite Sorgenkind sind die zunehmenden Unfälle mit Lastwagen. Die Zahl der dabei Verunglückten stieg von 182 auf 207. Auch hier spielt das hohe Verkehrsaufkommen in der Stadt wegen des großen toten Winkels der Lastwagen eine Rolle.

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