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Bei dem Unfall auf der A66 war am Samstag eine Frau aus Hofheim ums Leben gekommen.

Emotionen kochen hoch

Tödlicher Unfall nach Autorennen auf A66: Familie des flüchtigen Rasers wird belästigt

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Nach dem tödlichen Unfall auf der A66 ist die Polizei weiter auf der Suche nach einem der Raser und ermittelt mittlerweile europaweit.

  • Noch immer ist nach dem tödlichen Unfall auf der A66 ein Beteiligter auf der Flucht.
  • Der 34-jährige Ramzy Azakir wird auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ gesucht
  • Das Opfer scheint des Unfalls auf der A66 inzwischen identifiziert.

Update vom Freitag, 16.10.2020, 13.10 Uhr: Nach dem illegalen Autorennen auf der A66, das am 10. Oktober in einem tödlichen Unfall endete, läuft die Suche nach dem dritten Raser weiter auf Hochtouren. Am Mittwochabend (14.10.) war der Fall Thema bei der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“. Trotz zahlreicher Hinweise konnte der flüchtige Fahrer eines am Rennen beteiligten Lamborghini, Ramzy Azakir, bisher nicht gefunden werden. Einige Hinweise deuten aber daraufhin, dass an dem tödlichen Autorennen bei Hofheim noch weitere Sportwagen beteiligt gewesen sein könnten. Es gebe entsprechende Bilder und Zeugenaussagen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Freitag (16.10.).

Nun meldet sich außerdem der Cousin des flüchtigen Rasers zu Wort. Gegenüber der „Hessenschau“ erklärte der Mann aus Wiesbaden, dass das illegale Autorennen und die Suche nach Ramzy Azakir inzwischen auch Auswirkung auf die Verwandtschaft der Raser hat. Eigenen Angaben zufolge werde er massiv belästigt, mit Anrufen traktiert und selbst seine Kinder seien bereits attackiert worden. Ein Anwalt prüfe nun rechtliche Schritte gegen die Belästigungen. Der Cousin habe schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zu Ramzy Azakir gehabt.

Tödlicher Unfall auf A66: Polizei sucht nach 34-jährigem Flüchtigen

Erstmeldung vom 15.10.2020: Weillbach - Die europaweite Fahndung läuft auf Hochtouren, die Emotionen in den sozialen Medien kochen hoch. Fünf Tage nach einem illegalen Autorennen auf der A66 bei Weilbach ist der mutmaßliche dritte Raser noch immer auf der Flucht. Das Polizeipräsidium Westhessen hat eine eigene Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die „AG Toro“, Spanisch für Stier, weil Lamborghini, die Automarke des Flüchtigen, genau einen solchen Stier im Emblem hat.

Die Bemühungen der Polizei konzentrieren sich derzeit vor allem auf die Suche nach dem 34-jährigen Ramzy Azakir. Der Deutschpole ohne festen Wohnsitz in Deutschland hatte nach dem Unfall seinen in Dubai zugelassenen Lamborghini unweit der Autobahn in Hofheim abgestellt und ist seitdem auf der Flucht. Unterstützung erhielten die Beamten am Mittwochabend von den Fernsehfahndern der ZDF-Reihe Aktenzeichen XY … ungelöst.

Damit sollte die aktuelle Fahndung nach dem 34-Jährigen, der in der Sendung namentlich genannt wurde, öffentlichkeitswirksam unterstützt werden. „Es sind auch mehrere Dutzend Hinweise eingegangen“, so Ingo Paul vom Polizeipräsidium Westhessen auf FR-Anfrage. Ein konkreter Hinweis, der zur Ergreifung des Flüchtigen geführt hätte, sei aber noch nicht dabei gewesen.

Tödlicher Unfall auf der A66: Fahndungsaufruf über soziale Medien

Die Polizei hat eine eigene Hinweisseite zu dem Unfall auf der A66 eingerichtet, auf der auch Videos hochgeladen werden können, etwa zum Unfallgeschehen. „Vielleicht hat ja jemand eine Dashcam im Auto installiert“, hofft Kriminaloberkommissar Paul. Einige Videos seien auch schon hochgeladen worden. Deutlich reger aber ist die Beteiligung in den sozialen Medien. Das Polizeipräsidium Westhessen hat auf seiner Facebook-Seite am Montag einen Fahndungsaufruf gestartet. Seitdem wurde der Beitrag weit mehr als 10 000-mal geteilt, über 500 Nutzer haben den Aufruf kommentiert.

Unfallstelle auf der A66: Keine Geschwindigkeitsbegrenzung

Ein so großes Echo auf einen Beitrag habe es bislang noch nicht gegeben, hieß es aus der Social-Media-Redaktion des Polizeipräsidiums. „Die Erregung ist groß, da es viele betreffen könnte“, so Paul.

Bei dem Unfall auf der A66 waren zwei Autos in Flammen aufgegangen. In einem saß einer der mutmaßlichen Raser, im anderen eine Unbeteiligte, bei der es sich um eine 71-Jährige aus Hofheim handeln soll. Ganz zweifelsfrei erwiesen ist das noch nicht. Denn die Leiche ist durch das Feuer bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, ein DNA-Abgleich soll den Ermittlern die letzte Gewissheit über die Identität des Opfers bringen. Die Polizei ermittelt wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen. Im Fall eines illegalen Autorennens auf dem Berliner Ku’damm hatte der Bundesgerichtshof im Juni dieses Jahres ein Mordurteil gegen einen zur Tatzeit im Februar 2016 26-Jährigen bestätigt und von „bedingtem Vorsatz“ gesprochen.

Allerdings gibt es auf dem Teilstück der A66, wo der Unfall passierte, anders als auf dem Ku’damm keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Der Fall der „AG Toro“ wird die Gemüter wohl weiter erhitzen. (Von Oliver Teutsch)

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