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Die Straßenbahnlinie 17 endet derzeit noch an der Stadtgrenze von Neu-Isenburg. rolf oeser
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Die Straßenbahnlinie 17 endet derzeit noch an der Stadtgrenze von Neu-Isenburg. rolf oeser

Langen

Uneinigkeit über Tram-Verlängerung nach Langen

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Einige Langener Stadtverordnete halten die Machbarkeitsstudie für die Verlängerung der Straßenbahnlinie 17 für „hinausgeworfenes Geld“. Sie wurde dennoch beschlossen.

Die Verlängerung der Straßenbahnlinie 17 von Frankfurt über Neu-Isenburg und Dreieich hinaus bis nach Langen hat am Donnerstagabend unter den Langener Parlamentariern für Zündstoff gesorgt. Die Freien Wähler und die SPD waren der Meinung, dass sich die Stadt die 90 000 Euro für die Beteiligung an einer Machbarkeitsstudie sowie 60 000 Euro für ein zusätzliches Gutachten für die Trassenführung in Langen sparen könne. Sie sprachen von „hinausgeworfenem Geld“, weil man mit der S-Bahn viel schneller nach Frankfurt komme, unterlagen aber in der Abstimmung.

CDU, FDP, Grüne, Linke, WiLa und der Fraktionslose Michael Kreis votierten nämlich für die Studie und das Gutachten. Sie folgten den Argumenten von Thilo Kaufmann (Grüne), der die Vorzüge der Straßenbahn darlegte. Die Tram fahre mit Strom, die Kosten seien geringer als beim Busverkehr, sie habe mehr Kapazität als der Bus, fahre ruhiger, bremse sanfter ab. Die Akzeptanz sei höher als bei Bussen. „Die Fahrgastzahlen steigen um 40 bis 50 Prozent, das haben Studien in München und Graz gezeigt“, erklärte Kaufmann.

Heinz-Georg Sehring (FWG-NEV) wollte das so nicht stehen lassen. „München und Graz kann man nicht vergleichen. Diese Städte sind viel größer.“ Die Straßenbahn sei in Langen „ein klassischer Parallelverkehr“. Mit einem Elektrobus sei man doch viel flexibler. Die Kosten der Straßenbahn stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Seine Fraktionskollegin Claudia Trippel belegte das mit Zahlen. Die gut acht Kilometer lange Tramstrecke von Neu-Isenburg bis Langen schlage nach neuesten Kostenschätzungen mit 160 Millionen Euro zu Buche. Bei einem Bundeszuschuss von 90 Prozent müssten die Kommunen 16 Millionen Euro selbst finanzieren. Im günstigsten Fall würden sich Frankfurt, Neu-Isenburg, Dreieich und Langen zu gleichen Teilen an den Kosten beteiligen. Im ungünstigsten Fall seien Neu-Isenburg und Dreieich nicht bereit, die Mehrkosten für die Untertunnelung der Dreieichbahn zu tragen, die ja ausschließlich der Weiterführung nach Langen geschuldet ist. Außerdem müsse die Straßenbahn bis zum Bahnhof Langen fortgeführt werden, da sonst kein Bundeszuschuss für die Straßenbahnverlängerung gewährt werde. Summa summarum würden sich so für Langen Kosten von bis zu 18 Millionen Euro ergeben.

„Wir sind es den Einwohnern und Einwohnerinnen schuldig, eine Straßenbahnverlängerung nach der erfolgten Potenzialanalyse nun detaillierter zu prüfen“, sagte Christian Gött (CDU). Ein Versäumnis wie bei der Regionaltangente West (RTW), als die Stadt fast zu spät auf den Planungszug aufsprang, sollte kein zweites Mal passieren. Die Tram diene doch der Nahmobilität nach Dreieich und Neu-Isenburg. Nach Frankfurt werde wohl kaum einer damit fahren.

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