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Carla Del Ponte war UN-Chefanklägerin.
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Carla Del Ponte war UN-Chefanklägerin.

Carla del Ponte

Unbeugsam gegen Kriegsverbrecher

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Die Chefanklägerin der UN gegen Kriegsverbrecher, Carla del Ponte, erhält den Hessischen Friedenspreis.

Carla del Ponte ist als unbeugsame Ermittlerin gegen Kriegsverbrecher bekannt geworden. Jetzt erhält die Schweizer Juristin dafür den Hessischen Friedenspreis.

Das gaben Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU), der ehemalige Landtagspräsident Karl Starzacher (SPD) als Vorsitzender des Friedenspreis-Kuratoriums und die Chefin der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Nicole Deitelhoff, am Montag in Wiesbaden bekannt. Sie hätten del Ponte den Preis zuerkannt für ihren „unermüdlichen Einsatz für den Frieden und ihre unbeugsame Überzeugung, dass nur das Recht einen nachhaltigen Frieden schaffen kann“.

Exemplarischer Rückzug

Im vergangenen Sommer hatte del Ponte frustriert ihren Rücktritt aus der UN-Untersuchungskommission zu Syrien bekanntgegeben. Das Gremium sei machtlos, solange der UN-Sicherheitsrat eine Aufarbeitung blockiere, wetterte sie. „Dieser Rückzug ist exemplarisch für den unbeugsamen Willen von Carla del Ponte, dem Recht gegen jeden Widerstand Geltung zu verschaffen“, lobte das Kuratorium.

International bekannt wurde die frühere Schweizer Bundesanwältin seit 1999 als Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien. Dort war sie auch für den Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda zuständig. Die Chefin des Strafgerichtshofs setzte hartnäckig durch, dass es für die ex-jugoslawischen Staaten ohne Auslieferung mutmaßlicher Kriegsverbrecher keine Annäherung an die EU gab. Das entfaltete sowohl in Kroatien als auch in Serbien erhebliche Wirkung.

Carla del Ponte erhält den Hessischen Friedenspreis am 23. Februar, kurz nach ihrem 71. Geburtstag. Offiziell ist es der Friedenspreis des Jahres 2017. Die Termine wurden verschoben, weil die Verleihung des Friedenspreises an die 2016er Preisträgerin, die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, erst im Juli 2017 möglich war.

Der Preis wird seit 1994 vergeben. Er wurde vom früheren hessischen Ministerpräsidenten Albert Osswald (SPD) ins Leben gerufen. Zu den Preisträgern zählen der Dalai Lama, der Dirigent Daniel Barenboim und die frühere UN-Flüchtlingskommissarin Sadako Ogata.

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