KOMMENTAR

Umdenken

Der Einzelhandel kämpft. Das hat die Diskussion zur Lage von Geschäften in der Innenstadt und den Stadtteilen gezeigt. Interessenvertreter und Politik

Von FELIX HELBIG

Der Einzelhandel kämpft. Das hat die Diskussion zur Lage von Geschäften in der Innenstadt und den Stadtteilen gezeigt. Interessenvertreter und Politik beharken sich in der Frage, wo investiert werden muss, große Zentren und kleine Geschäfte konkurrieren heftig um die schmaler werdenden Geldbeutel ihrer Kunden. Der Streit um die Ladenschlusszeiten zur Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Sommer zeigt da nur exemplarisch, wie stark die Fronten verhärtet sind.

Dabei könnten Politik, Verbände und Geschäftsleute mehr erreichen, wenn sie sich nicht auf gegenseitige Schuldzuweisungen beschränkten. Auch für Einkaufszentren und kleine Läden gibt es eine Ebene jenseits des heftigen Verdrängungswettbewerbs. Die Zentren funktionieren nicht ohne intakte Stadtteile ringsum, umgekehrt könnten kleinere Läden von der Strahlkraft der großen Konsumtempel profitieren. Doch dazu braucht es Kommunikation auf Augenhöhe.

Die Trends des Konsumverhaltens sind schwer umkehrbar. Als eine der ersten Städte hat Hamburg begriffen, dass Einzelhandel ohne Einwohner nicht funktionieren kann. Dort wird im großen Stil Wohnraum in der Stadt geschaffen, während Frankfurt gerade so den Status Quo der Einwohnerzahl hält. Die Politik muss zu einer Umkehr in dieser Frage bereit sein, sonst wird das Ladensterben weitergehen. Und aus der Erkenntnis heraus, dass Zeil und Stadtteil-Einkaufsstraßen attraktiver werden müssen, hätten längst Taten erwachsen müssen.

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