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Ukrainische Geflüchtete in Hessen: Wohnraum wird dringend gesucht

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Von: Gregor Haschnik

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Die FR beantwortet Fragen zur aktuellen Situation der Geflüchteten aus der Ukraine.

Ende Februar, Anfang März sind die ersten Schutzsuchenden aus der Ukraine angekommen. Während in den Wochen danach täglich Tausende Geflüchtete Hessen erreichten, sind es danach immer weniger geworden. Notunterkünfte des Landes wurden geschlossen; im Mittelpunkt stehen jetzt Aspekte wie Wohnraum, Kinderbetreuung und Arbeit. Die FR beantwortet Fragen zum aktuellen Stand.

Wie viele Geflüchtete aus der Ukraine sind derzeit in Hessen?

Laut Innenministerium leben hier aktuell 78 156 dieser Asylsuchenden, darunter 2 294 Drittstaatsangehörige, etwa aus der Russischen Föderation, Aserbaidschan, Afghanistan, Marokko. Nach einem hohen Aufkommen insbesondere in den ersten Kriegsmonaten hätten sich die Zahlen stabilisiert.

Wie groß ist der Anteil von Frauen, Kindern, Jugendlichen?

Unter den 78 156 Menschen sind den Angaben zufolge etwa 50 725 Frauen, 7 600 Kinder bis sechs Jahre und etwa 20 000 Kinder im schulpflichtigen Alter.

Wie viele Geflüchtete leben in Großunterkünften und Hotels, wie viele in Wohnungen?

Die Lage ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Die Stadt Fulda zum Beispiel gibt an, dass es dort keine großen Sammelunterkünfte gebe und fast alle der 948 im Stadtgebiet registrierten Geflüchteten in Wohnungen lebten. In Frankfurt – wo beim Jugend- und Sozialamt insgesamt 8100 Menschen aus der Ukraine vorstellig geworden seien – gibt es nach städtischen Angaben in für Ukrainer:innen errichteten Notunterkünften 2171 Plätze. Von diesen seien 1564 belegt. 616 Menschen davon lebten Hallen. Die Stadt arbeite intensiv daran, sie in bessere Unterkünfte zu verlegen. In angemieteten Hotels seien 948 Personen untergebracht. Weitere Geflüchtete seien privat untergekommen oder hätten sich auf eigene Kosten in anderen Hotels eingemietet. In anderen Städten, besonders im Rhein-Main-Gebiet, wird ebenfalls dringend Wohnraum gesucht. In Hanau sind 360 Menschen in einer großen Unterkunft und einer Halle untergebracht und 565 Menschen in Privatunterkünften.

Mit welchen Kosten für die Aufnahme der Asylsuchenden kalkuliert das Land?

Laut Finanzministerium wurden im Haushalt für 2022 bereits vor dem Krieg in der Ukraine 665 Millionen Euro „flüchtlingsbezogene Kosten“ eingeplant, die auch für ukrainische Geflüchtete verwendet werden. Diese könnten seit Juni Leistungen aus der Grundsicherung erhalten, die der Bund finanziere. Um den „Aktionsplan“ zur Unterstützung der Betroffenen umzusetzen, müsse das Land mit zusätzlichen Kosten von mehr als 200 Millionen Euro rechnen. Eine genaue Prognose sei schwierig.

Wie viele aus der Ukraine geflüchtete Kinder besuchen derzeit die hessischen Schulen?

Nach den jüngsten vorliegenden Zahlen aus dem Kultusministerium wurden rund 13 000 schutzsuchende ukrainische Kinder und Jugendliche an öffentlichen Schulen aufgenommen, etwa in Vorlaufkursen an Grundschulen sowie Intensivklassen.

Welche Angebote zur Kinderbetreuung gibt es?

Auch ukrainische Geflüchtete haben Anspruch auf Kita-Plätze. Statistiken für die Kommunen lagen noch nicht vor. Doch aufgrund des grundsätzlichen Mangels an Betreuungsmöglichkeiten, gerade im U3-Bereich, hätten die Schutzsuchenden wenig Chancen auf einen Platz, berichten etwa Flüchtlingshelfer:innen aus dem Main-Kinzig-Kreis.

Wie ist die Lage auf dem hessischen Arbeitsmarkt?

Nach Angaben der Regionaldirektion der Arbeitsagentur waren im Juni 2022 167 094 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, darunter 13 100 aus der Ukraine. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,9 Prozent – ein Plus um 0,3 Punkte im Vergleich zum Vormonat, aber ein Rückgang um 0,2 Punkte im Vergleich zu Juli 2021.

Zusammengestellt von Gregor Haschnik

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