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Stefan Ruppert, Landesvorsitzender der FDP Hessen.

FDP-Parteitag

Überzogene Attacke

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Es gehört zum Ton von Parteitagen, dass man bei Angriffen übertreibt. FDP-Parteichef Stefan Ruppert hat allerdings überzogen. Ein Kommentar.

Erfolg schafft Neid. Das erleben derzeit die Grünen. Ihre guten Wahl- und Umfrageergebnisse führen dazu, dass das ganze politische Spektrum sich an ihnen abarbeitet. Linke und SPD, AfD und FDP – alle haben die Grünen zum Lieblingsgegner erkoren. Am Wochenende war das exemplarisch beim Parteitag der FDP zu besichtigen.

Doch während Linke und SPD bemängeln, dass die Grünen ihre Versprechen von Ökologie und Gerechtigkeit nicht einlösten, beklagt die FDP gerade, dass sich die Ökopartei zu sehr durchsetze. Das ganze Land sei vom grünen Geist durchdrungen.

Es gehört zum Ton von Parteitagen, dass man bei Angriffen übertreibt. FDP-Parteichef Stefan Ruppert hat allerdings überzogen, als er aus dem möglichen Verzicht auf Ziffernnoten an einigen Schulen einen Geist von „totalitärem Staat“ herauslas.

Kein Wort von der Angst, die Ziffernnoten bei vielen Schülerinnen und Schülern erzeugen; kein Wort davon, dass der Verzicht darauf an Montessori-Schulen seit Jahren ohne Probleme üblich ist. Mehrere Redner der FDP griffen das Notenthema auf, als ob Wohl und Wehe des Landes davon abhingen.

Vielleicht liegt es daran, dass der FDP noch zündende Ideen fehlen, worauf es wirklich ankommt. Das Thema Bürokratieabbau, das beim Parteitag stundenlang aufgerufen wurde, ist jedenfalls kaum geeignet, die Grünen in den Schatten zu stellen.

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