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Die Überlebende Ruth Klüger

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Ruth Klüger lehrt als erste am Reich-Ranicki Lehrstuhl in Israel - dafür dankte ihr der Namensgeber der Professur Marcel Reich-Ranicki "von Herzen".
Ruth Klüger lehrt als erste am Reich-Ranicki Lehrstuhl in Israel - dafür dankte ihr der Namensgeber der Professur Marcel Reich-Ranicki "von Herzen". © Oeser

Die jüdische Germanistin Ruth Klüger wird als erste Reich-Ranicki-Gastprofessorin von Mai 2009 an in Tel Aviv lehren. Sie wurde als Elfjährige deportiert und überlebte Auschwitz.

Frankfurt/Main. Die jüdische Germanistin Ruth Klüger wird als erste Reich-Ranicki-Gastprofessorin von Mai 2009 an in Tel Aviv lehren. Die Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin wurde in Frankfurt vorgestellt.

Die Professur ist an der Universität Tel Aviv angesiedelt und wird von Bürgern sowie Stiftungen der Stadt Frankfurt finanziert. Sie ist der deutschen Literatur gewidmet.

Die 77 Jahre alte Klüger wird Vorträge unter dem Titel "Jüdische Autorinnen der deutschsprachigen Literatur" halten. Sie werde versuchen, den Studenten die deutsche Sprache und Literatur wieder nahe zu bringen, "um ihnen klar zu machen, was sie versäumen", sagte die in den USA lebende Klüger im Kaisersaal des Frankfurter Römers.

Die nach dem Literaturkritiker Marcel Reich- Ranicki (88) benannte Gastprofessur war bereits 2006 bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Tel Aviv an ihn angekündigt worden.

Namenspatron Reich-Ranicki sprach Klüger während der Veranstaltung im Römer "von Herzen" seinen Dank aus. Die in Wien geborene Klüger hat große Teile ihrer Familie in Konzentrationslagern verloren. Sie selbst wurde als Elfjährige deportiert und überlebte Auschwitz.

Nach ihrer Auswanderung in die USA studierte sie Germanistik und wurde Professorin in Princeton und an der Universität von Kalifornien. Einem breiten Publikum ist die Germanistikprofessorin durch ihre 1992 erschienenen Jugenderinnerungen "weiter leben" bekannt. Dieses Jahr erschien der zweite Band "unterwegs verloren". In diesem berichtet sie von ihrem Kampf gegen Vorurteile und Diskriminierung. (dpa)

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