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Vierter Turmschreiber: Walter Renneisen vor dem Eingang zum Hochzeitsturm.

Darmstadt

Turmschreiber: Walter Renneisen legt Liebesbekenntnis zu Darmstadt ab

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Der Förderkreis Hochzeitsturm vergibt das mit 5000 Euro dotierte Turmschreiber-Stipendium an den Schauspieler, Sprecher und Musiker Walter Renneisen.

Walter Renneisen ist zum vierten Darmstädter Turmschreiber auserkoren worden. Oberbürgermeister und Kulturdezernent Jochen Partsch (Grüne) stellte den Schauspieler, Sprecher und Musiker, der am Dienstag seinen 80. Geburtstag feiern konnte, am Mittwochvormittag vor. Das symbolische Amt des Turmschreibers wird seit 2013 alle zwei Jahre vom Förderkreis Hochzeitsturm vergeben. Renneisen wird ein Jahr lang als Turmschreiber aktiv sein.

Bei seiner Vorstellung im Hochzeitszimmer des Darmstädter Wahrzeichens auf der Mathildenhöhe legte der vielseitige Künstler ein Liebesbekenntnis zur Theater- und Kulturstadt Darmstadt ab. Er sei schon als Jugendlicher gerne mit dem Bus von seiner Heimatstadt Raunheim in die einstige Residenzstadt gefahren, um dort etwa im Darmstädter Schloss Kammerspiele zu besuchen. Später war Renneisen selbst am Staatstheater tätig. OB Partsch bezeichnete Renneisen als „Allrounder der hessischen und deutschen Sprache“, der eine besondere Beziehung zur Stadt und zu Hessen habe.

Renneisen wird nun zwölf Monate lang unter dem Motto „Aus dem Kerl wird nie was!“ als Darmstädter Turmschreiber aktiv sein und vom 7. April an sechs Lesungen im Hochzeitsturm anbieten. Wegen des vermutlich großen Interesses gibt es bereits beim Förderkreis Hochzeitsturm Überlegungen, die Lesungen bei schönem Wetter auf dem schachbrettartigen Vorplatz vor dem Eingang zum Hochzeitsturm zu veranstalten.

Als erster Turmschreiber war 2013 der Redakteur und Autor Paul Hermann Gruner ausgewählt worden. Ihm folgten 2015 die Schriftstellerin Katja Behrens und 2017 der Satiriker und Journalist Hans Zippert. Das Stipendium wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit 5000 Euro dotiert. Arbeitsaufträge an den Stipendiaten sind mit der Auszeichnung zwar nicht verbunden. Eine literarische Verarbeitung des Turms, der vom Architekten Joseph Maria Olbrich entworfen und 1905 anlässlich der Hochzeit von Großherzog Ernst Ludwig mit Prinzessin Eleonore zu Solms-Hohensolms-Lich fertiggestellt wurde, ist jedoch erwünscht.

Die öffentlichen Lesungen im Trau- oder Fürstenzimmer des Hochzeitsturms stellt der jeweilige Turmschreiber thematisch nach eigenen Vorstellungen zusammen. Den Abschluss des Stipendiums soll die Herausgabe einer Buchpublikation bilden.

Durch seine Profession als Schauspieler bringe Renneisen „neue Aspekte der Sprachverwendung und damit auch neue Impulse mit in das Amt des Darmstädter Turmschreibers“, äußerte OB Partsch bei der Vorstellung des neuen Stipendiaten.

Nach einer entsprechenden Äußerung des Förderkreisvereinsvorsitzenden Thomas Mayer verbat sich Renneisen, als „Comedian“ bezeichnet zu werden. Seine Absicht sei stets, dass die Leute „bei einem unbeschwerten Abend niveauvoll lachen“ können, um dann fröhlich nach Hause zu gehen. Sottisen und billige Kalauer könne man von ihm nicht erwarten.

Der erste Abend mit dem neuen Turmschreiber beginnt am Dienstag, 7. April, um 19 Uhr unter dem Titel „Der Schweizer Elias Rickeisen, der im 17. Jahrhundert nach Deutschland kam und sich Renneisen nannte“. Es folgen weitere Abende am 19. Mai, 30. Juni, 1. September, 13. Oktober und 24. November.

www.hochzeitsturm.de

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