Kriminalität

Trotz Fahrradbooms kein Anstieg der Diebstähle

Die durch die Corona-Pandemie befeuerte Nachfrage nach Fahrrädern hat offenbar bisher nicht zu mehr Diebstählen geführt. 

Man hat keinen Anstieg von Fahrraddiebstählen in Hessen in den vergangenen Monaten beobachtet, sagte ein Sprecher des Hessischen Landeskriminalamtes (LKA) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: „Der derzeitige Trend ist, dass die Fallzahlen im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr sogar minimal rückläufig sind.“ Auch bei schweren Diebstählen von Fahrrädern aus Gewerbegebäuden - zum Beispiel Fahrradfachhandel - sei ein rückläufiger Trend feststellbar.

Die Fahrrad-Industrie gilt als Profiteur der Corona-Krise. Der Zweirad-Industrie-Verband rechnet damit, dass zwischen Januar und Juni 3,2 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft wurden. Das seien 9,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem teure E-Bikes gelten als Treiber dieser Entwicklung.

Entsprechend wird die Situation auch für Kriminelle interessanter: „Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass sich zumindest die Banden- und Serientäter bei Geschäftseinbrüchen an der vorherrschenden Marktlage orientieren und damit einhergehend natürlich auch die Verfügbarkeit bestimmter Fahrradmodelle in den Fachgeschäften eine Rolle spielt“, erklärte das LKA. Aktuell könne man für diesen Deliktbereich jedoch ebenfalls einen rückläufigen Trend beobachten.

Dass Fahrräder ein lukratives Ziel sind, zeigen Einbrüche bei Fahrradhändlern: So entwendeten Anfang August unbekannte Täter 16 E-Bikes aus einem Verkaufsraum eines Fahrradfachgeschäfts in Weilburg (Landkreis Limburg-Weilburg). Der Schaden liegt bei 50 000 Euro. In einem weiteren Fall erbeuteten Täter Mitte August fünf Fahrräder aus dem Verkaufsraum eines Fahrradfachgeschäftes in Gelnhausen. Der Schaden wurde auf 15 000 Euro beziffert.

Im vergangenen Jahr war die Anzahl der Fahrraddiebstähle in Hessen um knapp sechs Prozent zurückgegangen. Es wurden 12 400 Räder gestohlen. (dpa)

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