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Auf einem Holzpalettensofa ließ sich auch dieses Paar direkt neben Rebstöcken ein Gläschen Umstädter Weißwein munden.
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Auf einem Holzpalettensofa ließ sich auch dieses Paar direkt neben Rebstöcken ein Gläschen Umstädter Weißwein munden.

Gross-Umstadt

Trinkgenuss im Weinberg

  • Jens Joachim
    VonJens Joachim
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Die Winzer präsentieren beim Rebenfest in der Weinlage Herrnberg sich und ihre Tropfen

Der Weg hinauf zum „Herrnberg von Groß-Umstadt“ hat es in sich: Spaziergänger und Gelegenheits-Radfahrer, die zum Rebenfest des Umstädter Weinbauvereins wollen, stoßen schnell an ihre Grenzen. Auf dem Weg zur größten der drei Umstädter Weinlagen kommt dem aus der Puste geratenen Weinlagenwanderer und -radfahrer eine große Informationstafel des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald als Verschnaufpause gerade gelegen.

Informiert wird hier über die Themen „Boden, Winzer und Wein“. Die Böden in der „Umstädter Weininsel“, so heißt es, seien „sehr variabel aufgebaut“. Daher seien „Geschick und Kenntnis der Winzer“ gefragt, um „den Wein so auszubauen, dass diese besondere Herkunft mit dem Untergrund Quarzporphyr ‚schmeckbar‘ wird“. Einige Schritte weiter, und der Aufstieg zum obersten asphaltierten Weg ist geschafft. 

Hinweisschilder lotsen die Wanderer und Radfahrer nun auf einen Lehrpfad, damit sie auch gut informiert beim „Weinevent am Rebstock“ ankommen. Am Wegesrand ist etwa zu erfahren, dass der Grüne Silvaner einst als Deutschlands wichtigste Rebsorte galt. Auch über die irreführende Bezeichnung des Schwarzrieslings werden Besucher aufgeklärt.

Denn bei dieser Rebsorte handelt es sich nicht um einen Verwandten des Rieslings, sondern um eine „stark weiß behaarte Mutation des Blauen Spätburgunders“. Mit seinem Namensvetter habe der Schwarzriesling nur die Blattform und die Reifezeit gemeinsam. 

Weitere Tafeln informieren über die nach Südosten bis Südwesten ausgerichteten Weinhänge und das Naturschutzgebiet Herrnberg sowie über die Wasserhütten der Winzer, die sogenannten Wingertshäuschen.

Doch wer am Wochenende endlich die hölzerne Ruhebank erreicht hatte, die an Karl Petermann, den 1997 verstorbenen „Wegbereiter des Umstädter Weinbaus“, erinnert, der wollte vor allem wissen, wie die Weiß- und Rotweine, die Rosés oder die Sekte der Umstädter Weinbauern und der Odenwälder Winzergenossenschaft schmecken und mit welcher Ernte die Winzer im Herbst rechnen. 

Entlang des obersten asphaltierten Wegs hatten zum sechsten Mal die Umstädter Weinbauern ihre Pavillons aufgebaut, um ihre Weine zur Verkostung anzubieten. Andreas Petermann, der Vorsitzende des Weinbauvereins, berichtete am Sonntag, Intention sei es vor sechs Jahren gewesen, dass sich alle Betriebe bei einer Aktion gemeinsam präsentieren.

Lichterketten beleuchten den Weinberg 

„Die Landebahn war am Wochenende gut bestückt“, sagte Willi Diehl vom Weingut Brücke-Ohl über die sehr gute Resonanz vor allem am Samstag. Am Abend waren auf der einen Seite des Wegs an den Weinstöcken Kerzen in Gläsern angezündet worden, während auf der anderen Seite bunte Lichterketten den Weinberg beleuchteten.

Am Stand des Weinguts Brücke-Ohl konnten sich Besucher des Rebenfestes in aus Holzpaletten zusammengezimmerten und mit Polstern ausgestatteten Lounge-Sesseln niederlassen. Während am Samstagabend kaum ein Platz auf den Holzbänken zwischen den Pavillons zu ergattern war, gab es am frühen Sonntagnachmittag – allerdings bei wechselhaftem Wetter – noch ausreichend Plätze. 

Auch Charlotte Freiberger, amtierende Weinkönigin der Hessischen Bergstraße, ließ sich am Sonntagnachmittag auf dem Herrnberg blicken, um Winzern und Weinfreunden einen Besuch abzustatten. Sie gehe zu möglichst vielen Veranstaltungen, um für den südhessischen Wein zu werben, sagte die 25-jährige Oenologin aus Heppenheim. Lars Anders und Alexander Pfau berichteten, dass sie nach dem harten Frost im Frühjahr mit Ernteausfällen von bis zu 40 Prozent rechneten. Noch sei es aber zu früh, um eine Ernteprognose abzugeben, äußerten die beiden Nebenerwerbswinnzer.  

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