Prozess

Totschlag unter Freunden in Hattersheim

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Vor dem Frankfurter Landgericht beginnt der Prozess um eine bizarre Bluttat in Hattersheim.

Es ist ein besonders bizarrer Fall des Totschlags, dessentwegen sich der 33 Jahre alte Manuel K. seit Freitag vor dem Frankfurter Landgericht verantworten muss. K. wird vorgeworfen, in der Nacht auf den 13. Juli 2019 einen Freund, den 38 Jahre alten Güney C., totgetreten zu haben.

Laut Anklage hatten sich K. und C. bei der mitternächtlichen Suche nach Alkohol vor einer Kneipe getroffen, etwa eine Stunde dort getrunken und dann das Lokal verlassen, um bei C. weiterzusaufen. Auf dem Weg dorthin kam es aus unbekanntem Grund zum Streit. K. schlug C. nieder und trat auf ihn ein, er bescherte seinem Kontrahenten mehrere Rippenbrüche und zahllose Brüche im Kopf. Ein Tritt war so heftig, dass er einen bleibenden Abdruck auf C.s Stirn hinterließ. Ein paar Stunden später starb C. an den Folgen einer Hirnschwellung.

Bis es aber so weit war, rauften sich die Streithähne wieder zusammen und beschlossen, bei C. doch noch Alkohol, Haschisch und Kokain zu konsumieren. Der schwer lädierte C. benachrichtigte per Whatsapp nebst Beweisfoto seine Cousine, die auch vorbeikam und die Wunden mit Eis notdürftig versorgte. Ärztliche Hilfe lehnte C. ab. Mit dem Hinweis, er habe eine Aspirin genommen, legte er sich zu Bett und verstarb.

Der Todesfall hatte für großes Aufsehen gesorgt, weil unter anderem die Cousine später behauptete, die Polizei habe C. so zugerichtet. In der Tat hatten Polizeibeamte am Nachmittag des 12. Juli die Wohnung des Kleindealers durchsucht und diverse Substanzen beschlagnahmt, worauf der wütende C. den Beamten sein Leid klagte, er müsse nun losziehen und neue Drogen besorgen. Gewalt war aber nicht im Spiel.

Am ersten Verhandlungstag wurde lediglich die Anklage verlesen. Die Verhandlung zog sich dennoch in die Länge, weil die JVA in Preungesheim, in der K. in U-Haft sitzt, den Gerichtstermin verschlafen hatte und den Angeklagten nachliefern musste. Und so schnell geht es auch nicht weiter: Nachdem er jetzt einmal draußen war, muss der Angeklagte zunächst wieder in eine zweiwöchige Gefängnis-Quarantäne. Bislang schweigt er zu der Anklage, will sich aber am 20. April mittels einer Erklärung seines Verteidigers äußern. Bislang hatte er in den polizeilichen Vernehmungen von so etwas wie Notwehr geredet. skb

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