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Eine Besucherin im Hessischen Landtag.

Gut gebrüllt

Tiere gehen immer

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Der Staatsgerichtshof ruft den Marder auf, das Huhn ist der Star beim Vorlesetag. Die Kolumne aus dem Landtag.

Der Staatsgerichtshof wacht über die hessische Verfassung. Das aus Richtern und Uniprofessoren zusammengesetzte Gremium verhandelt in der Regel Inhalte, die juristische Laien oft überfordern. Etwa als es um den kommunalen Finanzausgleich ging. In dieser Woche war das Thema nicht so abstrakt. Es ging darum, ob die Jagdverordnung die Freiheit der Grünröcke beschneidet. Diese Auffassung vertritt die FDP. Das Jagen weckt bei vielen Menschen im Hessenland Emotionen. Ich sage nur: Stichwort Waschbär.

Wir Berichterstattende konnten uns so schöne Sätze notieren wie: „Ich rufe als nächstes Tier den Marderhund auf.“ Oder: „Der Dachs ist ein eigener Gliederpunkt.“ Erfuhren Neues über Ringeltauben, Blesshühner, über Lach-, Sturm-, Silber- und Heringsmöwen, wissen nun, dass Schmalspießer nicht etwa ein Küchengerät sind, sondern ein ausgesprochen soziales Rotwild. Sehr interessant, diese Exkursionen in die neuesten Erkenntnisse der Wildbiologie. Aber im Laufe der vierstündigen mündlichen Verhandlung stellte sich gelegentlich schon die Frage nach dem Zusammenhang mit der hessischen Verfassung. Der Staatsgerichtshof wird die Antwort finden und in seinem Urteil im Februar dann verkünden.

Tier gehen immer. Vor allem bei Kindern. Anlässlich des bundesweiten Vorlesetags schwärmten die Landespolitiker aus, um den Nachwuchs mit spannenden Geschichten zu beglücken. In 18 Kindertageseinrichtungen und zwei Schulen waren sie zu Besuch, um darauf aufmerksam zu machen, dass Vorlesen die Sprachkompetenz fördert.

SPD-Chefin Nancy Faeser las in Kelkheim aus „Wenn die Ziege schwimmen lernt“ von Nele Moost vor. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte den Grundschülern in Wolfskehlen das Buch „Armstrong: Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond“ von Torben Kuhlmann mitgebracht. Gleich zwei Politiker wählten „Trudel Gedudel purzelt vom Zaun“ von Eva Muszynski und Karsten Teich aus: die parteilose Digitalministerin Kristina Sinemus und der grüne Sozialminister Kai Klose. Die Geschichte erzählt von einem mutigen kleinen Huhn, das sich in der großen weiten Welt behauptet. Und selbst den Fuchs nicht fürchtet. Dessen Schonzeiten ist auch in der Jagdverordnung geregelt.

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