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Im vergangenen Sommer stieg in Hessen die Zahl der Badegäste in Freibädern.

Wetter-Bilanz 2018 in Hessen

Hitze nur für Freibäder und Biergärten gut

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Die Natur hat unter der Hitze und Trockenheit gelitten. Der Jahres-Rückblick des Landesamtes für Naturschutz zeigt: Der Klimawandel ist in Hessen angekommen.

Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,5 Grad war das Jahr 2018 in Hessen das wärmste seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Gerade ältere Menschen hätten darunter gelitten, schreibt das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Freitag in seiner Wetter-Bilanz. Anders als in früheren heißen Jahre wie etwa dem Hitzesommer 2003 verteilten sich die hohen Temperaturen über mehrere Monate. „Das war schön für die Freibäder und alle die sie nutzten“, schreibt das HLNUG. Auch die „Gastronomie im Freien“ habe profitiert. Selbst im Dezember waren die Temperaturen immer noch so hoch, dass der Wintersport ausfallen musste – weil es auch für die Schneekanonen zu warm war.

Die Natur dagegen hat gelitten: Schon im August waren an vielen Bäumen braune Blätter zu sehen - was allerdings nicht nur eine Folge der Hitze, sondern vor allem auch der dramatischen Trockenheit war. Das Landesamt spricht von einer „besonders langen Trockenperiode“: In den Monaten Februar, Juni, Juli, August, Oktober und November fiel fast gar kein Regen.

Die Folge: In vielen Gegenden von Hessen wurde nur halb so viel geerntet wie in anderen Jahren. Der Wasserstand im Rhein und anderen Flüsse sank auf einen so niedrigen Pegel, dass die Schifffahrt stark beeinträchtigt wurde. Viele Schiffen konnten nur noch die Hälfte der sonst üblichen Ladung transportieren. Die Verbraucher bekamen das vor allem an den Tankstellen zu spüren, an denen das Benzin knapp wurde.

Für den Präsidenten des Landesamtes, Thomas Schmid, ist die Frage, ob es sich um natürliche Wetterschwankungen oder den Einfluss des Klimawandels handelt, entschieden. Nicht jedes Jahr sei wärmer als das vorherige, nicht jeder Sommer sei trockener als der vorherige. Es werde auch in den kommenden Jahren noch verregnete Sommer oder schneereiche Winter geben. Aber „sie werden seltener werden“, fasst Schmid zusammen. Das Fazit seines Jahres-Rückblicks lautet entsprechend: „Der Klimawandel ist in Hessen angekommen.“

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