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Europas Luftfahrt hebt immer weiter ab

Riesen-Airbus soll 40.000 Arbeitsplätze in Deutschland schaffen / EADS hat 2004 eigene Prognose überflügeltWenige Tage vor der Präsentation des ersten Riesen-Airbus A380 schwelgt Europas Luftfahrtbranche in Superlativen: Das größte Passagierflugzeug der Welt soll allein in Deutschland bis zu 40.000 Arbeitsplätze schaffen. Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS übertraf seine eigenen Gewinnprognosen 2004 deutlich und will sie im laufenden Jahr weiter steigern.

Berlin/Amsterdam (ap). Wenige Tage vor der Präsentation des ersten Riesen-Airbus A380 schwelgt Europas Luftfahrtbranche in Superlativen: Das größte Passagierflugzeug der Welt soll allein in Deutschland bis zu 40.000 Arbeitsplätze schaffen. Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS übertraf seine eigenen Gewinnprognosen 2004 deutlich und will sie im laufenden Jahr weiter steigern.

Der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), Hans-Joachim Gante, sagte am Donnerstag in Berlin, in der Hamburger Werft und der Umgebung seien wegen des A380-Programms bereits etwa 4.400 Arbeitsplätze entstanden.

Indirekt seien es bundesweit weitere 10.000. Gante nannte 2005 ein "Luftfahrtjahr der Superlative". Der Höhepunkt werde mit rund 40.000 Arbeitsplätzen bundesweit nach dem Hochfahren der Produktion 2006 und 2007 erwartet.

Die erste Maschine soll am 18. Januar im Beisein der Staats- und Regierungschefs Frankreichs, Deutschlands, Großbritanniens und Spaniens aus der Halle der Werft in Toulouse rollen und noch im Frühjahr zum Erstflug abheben. Bislang sind 149 Exemplare des doppelstöckigen Großraumflugzeugs bestellt. Der Stückpreis wird mit 283 Millionen US-Dollar (rund 210 Millionen Euro) angegeben. Auf 35,6 Prozent bezifferte Gante den Anteil der deutschen Industrie am A380-Programm.

Gante forderte ungeachtet der "durchaus zufrieden stellenden" Lage der Branche "dringend weitere Unterstützung" durch die Bundesregierung. Sie müsse für gleiche Wettbewerbsbedingungen im Vergleich zu den europäischen Konkurrenten insbesondere in Frankreich sorgen.

EADS meldete in Amsterdam, sein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) liege nach vorläufigen Zahlen über 2,3 Milliarden Euro. Dafür hätten mehr verkaufte Airbusse und höhere Nachfrage im Verteidigungsgeschäft gesorgt. Für das laufende Jahr peilt EADS noch höhere Gewinne an. 2004 kletterte der Umsatz auf rund 32 Milliarden Euro, nach gut 30 Milliarden im Vorjahr.

Die Vorstandschefs Philippe Camus und Rainer Hertrich erklärten, bisher sei EADS von der Auslieferung von 315 Airbus-Maschinen ausgegangen, tatsächlich seien aber 320 Flugzeuge verkauft worden.

Das Verteidigungsgeschäft habe mit acht Milliarden Euro ein Viertel der Gesamterlöse geliefert. EADS stellt unter anderem den Eurofighter, den Militärtransporter A400M und den Kampfhubschrauber Tiger her. Der Konzern erwarte in dieser Sparte weiteres Wachstum, das Umsatzziel liegt bei zehn Milliarden Euro. EADS sah sich durch einen "überaus soliden Auftragsbestand" von fast 50 Milliarden Euro auf gutem Weg. Für 2005 erwartet der Konzern einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von mehr als 2,4 Milliarden Euro. Zur Jahresmitte wird das Führungsduo Hertrich/Camus von Airbus-Chef Noël Forgeard und dem Leiter der Verteidigungssparte Thomas Enders abgelöst.

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