+
Die Mustermanns haben in Mainz rund 45 Euro mehr zur Verfügung als in Wiesbaden, die sie in der Augustinerstraße ausgeben können.

Wiesbaden, Main-Taunus-West, Mainz

Das teuerste Wasser in ganz Rhein-Main

In Mainz lebt's sich günstiger als im benachbarten WiesbadenDie Lebenshaltungskosten in Mainz bewegen sich im Rhein-Main-Vergleich im Mittelfeld. Links des Rheins lebt die FR-Testfamilie Mustermann billiger als in Wiesbaden, aber teurer als in Darmstadt.

Von DANIEL MEUREN

Mainz · 22. Juli · Nehmen wir einmal an, Andrea und Paul Mustermann wollen mit ihrer zehn Jahre alten Tochter Paula, dem fünf Jahre alten Jan und dem in die tierliebe Familie integrierten Hund Moppel aus der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden in die rheinland-pfälzische Hauptstadt ziehen: Dann werden sie sich freuen, weil ihnen bei Fixkosten von 1230,42 Euro im Monat rund 54 Euro mehr für die Belustigung ihrer Kinder zur Verfügung stehen als auf der anderen Seite des Rheins.

Die kürzlich sprunghaft um 4400 Neubürger gestiegene Einwohnerzahl von Mainz hat mit diesem kleinen, aber feinen Unterschied allerdings nichts zu tun. Diesen Zugewinn an "echten" Mainzern verdankt die Stadt der Einführung einer Zweitwohnungsabgabe. Da die Mustermanns aber mit Erstwohnsitz in Mainz gemeldet sind und für die rheinland-pfälzische Landtagswahl ihre beiden Stimmen entrichten dürfen, trifft sie das nicht.

Miete macht Hauptunterschied

Die niedrigeren Lebenshaltungskosten im Vergleich der Landeshauptstädte sind vor allem der gemäß Mietspiegel deutlich niedrigere Mietpreis. Während der Wiesbadener Mietspiegel einen durchschnittlichen Preis von 765 Euro für die 90 Quadratmeter große Wohnung der Mustermanns ausweist, würden die Miethaie in Mainz nur 720 Euro verschlingen. Für Wasser müssen Wiesbadener und Mainzer mit 52,50 beziehungsweise 52,59 Euro nahezu den selben Höchstbetrag im Rhein-Main-Gebiet entrichten, die Mainzer sparen dafür bei der Gebühr für Abwasser noch einmal den Gegenwert von rund 20 Bällchen Eis im Monat, die Paula und Jan zugute kommen: Bei einem Jahresverbrauch von 240 Kubikmeter an Frischwasser sind in Mainz 22,50 Euro monatlich an Abwassergebühren zu entrichten im Vergleich zu 33,30 Euro in Wiesbaden.

Die Energiepreise liegen angesichts des gleichen Anbieters nahe beieinander, für den Müll fallen monatlich vergleichbare Summen an. Bei den Kosten für die Jans Kindertagesstätte und Paulas Hort sparen die Mustermanns bei monatlichen 275,80 Euro inklusive Mittagessen in Mainz knapp vier Euro.

Im Vergleich zu den übrigen Städten im Rhein-Main-Gebiet befindet sich Mainz damit im Mittelfeld. Die Mustermanns kommen deutlich günstiger über die Runden als in Frankfurt, das wegen Mietpreisen und hohen kommunalen Gebühren einer Durchschnittsfamilie 1358,30 Euro an Fixkosten abverlangt. In Offenbach und Bad Homburg müsste die FR-Testfamilie ebenfalls mehr hinblättern, in kleineren Städten wie Bad Camberg, Nidderau oder Hanau und vor allem in der Preis-Leistungs-Spitzenstadt Darmstadt könnten die Mustermanns zwischen 130 und 153 Euro sparen. Dieser Unterschied resultiert aus den dort deutlich niedrigeren Mietpreisen.

Wenigstens um eine teure Begehrlichkeit der Kinder müssen sich die Mustermanns keine Sorgen machen: Das Vergnügen eines Besuchs von Bundesligaspielen des FSV Mainz 05 müssen sie nicht in zähen Diskussionen auf die Sparliste setzen. Die Spiele sind sämtlich ausverkauft.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare