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Eine Justitia-Statue. 

Islamismus

Frankfurt: Terrorverdächtiger verurteilt

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Das Oberlandesgericht Frankfurt hat einen 20-Jährigen aus Eschwege zu zwei Jahren Haft verurteilt. Der Iraker soll einen Terroranschlag geplant haben.

Weil er in der Wohnung seiner Eltern das Schwarzpulver von 50 Chinaböllern gehortet haben soll, um damit einen islamistischen Terroranschlag zu begehen, hat das Oberlandesgericht Frankfurt einen 20-jährigen Iraker zu zwei Jahren Jugendhaft verurteilt. Das Gericht sprach Deday A. unter anderem wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und des Werbens für eine ausländische terroristische Vereinigung schuldig. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, sowohl Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte können noch Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.

Nach Überzeugung der Richter sympathisierte A. mit der islamistischen Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) und beschaffte sich spätestens seit Dezember 2017 Chinaböller, um daraus einen Sprengsatz zu bauen. Er sei „fest entschlossen“ gewesen, einen Anschlag zu begehen, um möglichst viele Nicht-Muslime zu töten. Zudem forderte er laut Urteil im Dezember 2017 und Januar 2018 eine Person via Facebook auf, sich dem IS anzuschließen. Im Februar 2018 schickt er zudem einem Chatpartner über den Messenger-Dienst „Telegram“ ein Propaganda-Video des IS, in dem gezeigt wird, wie man sich selbst eine Schusswaffe bauen kann.

Deday A. hatte mit seinen Eltern im nordhessischen Eschwege gewohnt und saß seit Februar vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Durch das Urteil wird der Haftbefehl aufgehoben und A. kommt frei.

Die Ermittler waren Deday A. mit Hilfe der umstrittenen Analyse-Software „Hessendata“ von der US-Firma Palantir auf die Schliche gekommen. Der Staatsschutz war erstmals auf den jungen Mann aufmerksam geworden, weil er im Internet gepostet hatte, er wolle den US-Präsidenten töten. Nach und nach stellte sich dann heraus, dass A. offenbar einen gefährlichen Anschlag plante.

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