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FR-Event: Zwei Jahre nach Hanau – Kampf dem rassistischen Terror 

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Von: Michael Bayer

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Die FR diskutiert mit dem Untersuchungsausschuss-Vorsitzenden Marius Weiß (SPD), dem hessischen Grünen-Fraktionschef Wagner, Armin Kurtović, Vater des ermordeten Hamza Kurtović, und Newroz Duman von der Initiative 19. Februar Hanau.

„Wir sind keinen Millimeter weiter“, sagte Armin Kurtovic, Vater des ermordeten Hamza, beim FR-Stadtgespräch zum Thema „Zwei Jahre nach Hanau – Kampf dem rassistischen Terror“. Er beklagte, dass immer noch zu viele Fragen offen und keine Konsequenzen gezogen worden seien.

Newroz Duman von der Initiative 19. Februar ihrerseits fragte: „Wo bleibt der Aufschrei?“ Sie diskutierten am Freitagabend im Haus am Dom mit Marius Weiß (SPD), Vorsitzender des Hanau-Untersuchungsausschusses im Landtag, und Grünen-Fraktionschef Matthias Wagner. Moderiert wurde die Runde von den FR-Redakteuren Pitt von Bebenburg und Hanning Voigts.

Der rassistische Terror hat mit dem Anschlag von Hanau am 19. Februar 2020 einen tragischen Höhepunkt erlebt. Wie weit ist die Aufarbeitung des Verbrechens und seiner Hintergründe gekommen? Welche politischen Konsequenzen müssen daraus gezogen werden für die Politik im Bund und im Land Hessen? Unser Bericht über die emotionale Diskussion.

Bereits in der vergangenen beiden Jahren wurden diese Fragen in öffentlichen Veranstaltungen der Frankfurter Rundschau aufgeworfen, aber das Thema muss das Land langfristig bewegen. Daher setzte die FR diese Auseinandersetzung nun mit dem Stadtgespräch im Frankfurter Haus am Dom fort.

FR-Stadtgespräch zum Terror von Hanau.
FR-Stadtgespräch zum Terror von Hanau. © Renate Hoyer

Auf dem Podium (von links):

Die Diskussion zum Nachschauen

Die Frankfurter Rundschau zeigt die Veranstaltung an dieser Stelle zum Nachschauen.

Aus dem Archiv: Diskussion im Juni 2021

Ein Jahr nach dem Anschlag diskutierte die Frankfurter Rundschau mit einer ähnlich besetzte Runde. Damals trat Nancy Faeser in ihrer Funktion als hessische SPD-Vorsitzende auf. Für die Grünen sprach der heutige Parteichef Omid Nouripour als Bundestagsabgeordneter. Armin Kurtović und Newroz Duman waren ebenfalls dabei.

Armin Kurtovic, dessen Sohn Hamza getötet wurde, wischt in der Diskussion jeden Gedanken beiseite, die Zeit könne die Wunden heilen. „Es geht uns heute schlimmer als am Tag nach der Tat.“ Man sei, so sein Vorwurf, bei der Aufklärung „überhaupt nicht weitergekommen“. Es werde „gemauert und geblockt“, wenn es um das Versagen hessischer Behörden gehe, heißt es im FR-Bericht über die Veranstaltung.

Dossier: Terror von Hanau

Bei einem rassistischen Anschlag in Hanau werden am 19. Februar 2020 neun Menschen ermordet. Die FR begleitet seither die Familien - und analysiert die politischen Konsequenzen. Das Dossier.

Aus dem Archiv: Diskussion im Juni 2020

Im Juni 2020 diskutierten ebenfalls Nancy Faeser, Omid Nouripour und Newroz Duman. Mit dabei war ferner Selma Yilmaz-Ilkhan als Vorsitzende des Ausländerbeirats der Stadt Hanau.

Die Anzahl direkt von dem Anschlag Betroffener schätzte Yilmaz-Ilkhan in der Diskussion im Juni 2020 auf etwa 75 Personen. „Aber wir haben in Hanau eine komplette Stadtgesellschaft, die traumatisiert ist“, sagt sie.

Newroz Duman, auch im antirassistischen Netzwerk We’ll come united und bei Jugendliche ohne Grenzen engagiert, betont: „Zentrales Thema für die Familien sind die Ermittlungen.“ Entscheidend dabei: „Warum wurde das nicht verhindert?“ Der Titel des FR-Berichts über die Veranstaltung: „Wir müssen lauter sein als die Rassisten.“

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