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Terror in Hanau: Opfer vernachlässigt

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Von: Gregor Haschnik

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Einige Fehler im Umgang mit den Opfern von Hanau hätten verhindert werden können, wenn Behörden und Einsatzkräfte aus früheren Attentaten Lehren gezogen hätten und vorbereitet gewesen wären. Ein Kommentar.

Dutzende von Angehörigen bangten nach dem Terroranschlag von Hanau seit etwa acht Stunden um ihre Lieben, als ein Kommissar in einer Trainingshalle der Polizei vor sie trat und die Namen der Ermordeten verlas.

Einsatzkräfte und Behörden können sich nicht bis ins letzte Detail auf solche Anschläge einstellen und jeden Fehler vermeiden. Aber sie müssen sich intensiv vorbereiten und Kenntnisse kompetent umsetzen. In diesem Fall – der auch auf eine grundsätzliche Vernachlässigung von Opfern hinweist – wurde dies mehrfach versäumt. Die Betroffenen wurden nicht bestmöglich betreut, sondern in einer wichtigen Phase zusätzlich traumatisiert. Zum Teil wirken die Fehler grob fahrlässig: Die Halle, in der sonst auch Schießen geübt wird, bot kaum Privatsphäre. Längst war klar, dass Muslime zu den Opfern gehörten. Doch es waren keine Imame vor Ort, ebenso wenig wie Fachleute im Umgang mit Opfern von Rassismus. Es flossen nur wenige Informationen, auch wegen wechselnder Zuständigkeiten. Und vor der Todesnachricht steckten lediglich drei Polizisten „die Köpfe zusammen“, wie es einer von ihnen im Ausschuss selbst sagte. Psycholog:innen waren nicht beteiligt.

Die rassistischen Attentate waren bei weitem nicht die ersten in Deutschland und Hessen. Doch daraus wurden viel zu wenige Lehren gezogen. Umso wichtiger ist, dass endlich alle Versäumnisse von Hanau benannt und daraus Konsequenzen gezogen werden.

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