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Tennisclub-Konten für Betrug benutzt

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Verein prüft Insolvenzantrag

hochheim - Vor fünf Jahren feierte der Tennisverein Massenheim 1977 sein 40-jähriges Bestehen. Ob der Verein an seinem nächsten runden Geburtstag noch existieren wird, ist derzeit ungewiss. Die Zukunft des Vereins sei stark bedroht, sagt Vorsitzender Mathias Buczko. Der Verein lässt gerade die Einleitung eines Insolvenzverfahrens prüfen. Über die Zahlungsunfähigkeit soll in diesem Monat entschieden werden.

Weder fehlende Mitglieder noch riskante Finanzgeschäfte des Vorstands sind Schuld an der misslichen Lage der Tennissportler. Wie es sich in den vergangenen Monaten abzeichnete, wurde der Verein in eine Straftat hineingezogen, die ihm nun zum Verhängnis wird. Über das Vereinskonto flossen hohe Geldsummen, die dort nichts zu suchen hatten. Die ehemalige Kassiererin missbrauchte die Kasse der Ehrenamtler offenbar zur Geldwäsche.

Das ganze Ausmaß des Falls sei im Februar dieses Jahres deutlich geworden, so Mathias Buczko. Der Vorstand sei aber bereits im August 2021 von der Polizei kontaktiert worden. Damals wiesen die Beamten den Tennisverein darauf hin, dass die Kontovollmachten der Kassiererin entzogen werden sollten. „Das haben wir gemacht“, erklärt der Vorsitzende. Die Kassenwartin sei daraufhin im September 2021 zurückgetreten. Das Problem war damit aber längst nicht aus der Welt. „Wir kämpfen jetzt mit den Nachwehen“, sagt der Massenheimer. Wie sich herausstellte, wurden Gelder eines Unternehmens veruntreut und auf dem Vereinskonto sozusagen zwischengeparkt, bevor die Beträge weitergeleitet wurden.

Mittlerweile laufe ein Strafverfahren gegen die ehemalige Kassiererin, erläutert Buczko. Weil ein Teil der Gelder über das Vereinskonto floss, habe das geschädigte Unternehmen zudem eine Zivilklage gegen den Tennisverein eingereicht. Nach Informationen dieser Zeitung geht es um einen sechsstelligen Betrag. Der Verein habe das Geld nicht mehr und könne es auch nicht zurückzahlen, erklärt der Vorsitzende. Der sportliche Betrieb laufe derzeit weiter - es seien jedoch bereits Vermögens- und Sachwerte gepfändet worden. Der Fall könne das Ende des Vereins einläuten, befürchtet Buczko, der nicht davon ausgeht, dass der Vorstand persönlich haftbar gemacht wird. Dieser Fall trete nur ein, wenn Vereinsvertreter grob fahrlässig gehandelt haben. sas

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