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Telefonsex-Gaunereien beschäftigen Landgericht Fulda

Drei Angeklagte stehen derzeit vor Gericht. Es geht um den mutmaßlichen Betrug mit einer Telefonsex-Agentur.

Nach mutmaßlichen Telefonsex-Gaunereien müssen sich seit Dienstag drei Angeklagte vor dem Landgericht Fulda verantworten. Einem Ehepaar (50 und 66) und einer Frau (60) aus Fulda wird gemeinschaftlich versuchter Betrug in 147 Fällen vorgeworfen. Laut Staatsanwaltschaft sollen sie eine Telefonsex-Agentur betrieben und selbst dann versucht haben, Geld einzutreiben, wenn die Anrufer gleich wieder aufgelegt hatten.

Ein 86-Jähriger habe elf Rechnungen für angebliche Telefonate bekommen, die er nie geführt habe, so die Anklage. Nachdem er die Rechnungen unbezahlt zurückgeschickt habe, habe er sieben weitere erhalten. Ein weiteres Opfer bekam zunächst eine Rechnung über 90 Euro. Als nicht gezahlt wurde, kamen Mahnungen ins Haus. Erst sollten 125 Euro, dann 190 Euro, am Ende fast 265 Euro bezahlt werden.

Laut Staatsanwaltschaft haben die drei Angeklagten die Adressen der Geschädigten in ganz Deutschland wahllos aus dem Telefonbuch entnommen oder über die Rückwärtssuche herausgefunden. Der Absender der Rechnungen und Mahnungen war telefonisch nicht erreichbar, weil die letzten drei Ziffern nicht lesbar waren. Der Verteidiger sagt, die Telefonsex-Dienstleistungen seien erbracht worden, aber bei der Ermittlung der Anrufer seien Fehler passiert. Die Angeklagten hätten keine betrügerische Absicht verfolgt. Für den Prozess sind 227 Zeugen geladen. Die Geschädigten kommen aus ganz Deutschland. Mit einem Urteil rechnet das Gericht erst zu Pfingsten. (dpa)

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