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Ein Touchscreen liefert Erklärungen zu den 130 Ausstellungsstücken im ehemaligen Bücherregal im Arbeitszimmer.

Bischofssitz in Limburg

Tebartz-Wohnung in Limburg wird Museum

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Franz-Peter Tebartz-van Elst ließ sich seine Wohnung für Millionen zu einem Protz-Palast ausbauen. Nun wird sein Domizil zum Museum. 

Eins vorweg: Die weltberühmte freistehende Badewanne ist nicht zu besichtigen. Obwohl bei Weitem nicht der teuerste Teil der neuen Limburger Bischofsresidenz, wurde sie doch zum Symbol für Verschwendung und Selbstherrlichkeit von Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Jetzt wird dessen Wohnung zum Museum. Am Dienstag, 16. April, wird Tebartz´ Amtsnachfolger Georg Bätzing die Räumlichkeiten als neuen Teil des angrenzenden Diözesanmuseums eröffnen. Vom 17. April an können Interessierte im Erdgeschoss der ehemaligen Wohnung eine Ausstellung zur annähernd 200-jährigen Geschichte des Bistums besuchen.

Für die Öffentlichkeit zugänglich ist auch die hauseigene Kapelle mit ihren wunderbaren Fenstern.

Auch die Kapelle wird dann für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Der schlichte, hohe Raum mit wunderbaren blauen Glasfenstern von Johannes Schreiter ist allein schon einen Besuch wert. In der Wohnung selbst wurde das raumbreite Bücherregal im Arbeitszimmer mit 130 Ausstellungsgegenständen bestückt. So sind dort nun Kelche, Kreuze und andere kirchliche Requisiten zu sehen. Auch zwei Weingläser von der jüngsten Bischofsweihe im September 2016 gehören dazu. Ein Touchscreen, der ursprünglich nicht zur Ausstattung gehörte, informiert über die Objekte.

Das ehemalige Wohnzimmer nebenan soll für Sonderausstellungen genutzt werden. Aktuell stehen dort Skulpturen und eine neapolitanische Krippe aus dem 18. Jahrhundert.

Das Untergeschoss, zu dem auch das Badezimmer gehört, nutzt das Museum als Lagerraum; es ist nicht öffentlich zugänglich. Die Wanne steht dort immer noch. Im ehemaligen Ankleidezimmer des Bischofs lagern unter den leer eräumten Kleiderstangen Marien- und Heiligenfiguren neben gold- und silberglänzenden Kerzenständern. Die Ausstattung allein dieses Zimmers mit seinen exklusiven Schreinerarbeiten hatte einmal 350 000 Euro verschlungen. 

Der Schrank im Untergeschoss der ehemaligen Bischofswohnung dient als Lagerfläche. Die Ausstattung allein dieses Raumes hatte einmal 350 000 Euro verschlungen.

Rund 225 000 Euro hat der Umbau laut Bistumsverwaltung gekostet, 50 000 waren zunächst veranschlagt – doch es hätte noch weitaus teurer kommen können. Der inzwischen aus dem Amt geschiedene Diözesanbaumeister, der schon Bischof Tebartz diente, hatte recht freihändig Aufträge für fast eine halbe Million Euro vergeben, die zum großen Teil storniert werden mussten.

Die gesamte Bischofsresidenz hatte mehr als 31 Millionen Euro gekostet. Sechsmal so viel wie ursprünglich geplant. Allein sechs Millionen Euro hatte Tebartz für seine Wohnung ausgegeben. Angeblich sollte diese 120 Quadratmeter groß sein und lediglich 300 000 Euro gekostet haben. Tatsächlich waren es aufs Feinste ausgestattete 283 Quadratmeter – inklusive Weinkeller, Fitnessraum, verglastem Kamin und Koi-Karpfen-Becken.

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