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Taxifahrer sollen Verbrechen verhindern

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Der Schutzmann vor Ort, David Ausbüttel, und Jürgen Seewald (im Hintergrund) im Gespräch mit Taxifahrern am Busbahnhof Hofheim. kreuzer
Der Schutzmann vor Ort, David Ausbüttel, und Jürgen Seewald (im Hintergrund) im Gespräch mit Taxifahrern am Busbahnhof Hofheim. kreuzer © Stephanie Kreuzer

Main-Taunus Alarmzeichen beachten, damit ältere Menschen nicht auf Betrüger hereinfallen

Eben noch Fahrgast und im nächsten Moment Opfer einer Straftat. S I E können das verhindern!" - so beginnt der Text des Info-Flyers, den bald jeder Taxifahrer im Landkreis kennen sollte. Dies ist zumindest der Wunsch des Präventionsteams der Polizeidirektion Main-Taunus. Denn zu oft wurden in letzter Zeit Bürgerinnen und Bürger in der Region Opfer von "Straftaten zum Nachteil älterer Menschen", wie es im Bürokratendeutsch heißt. Gemeint sind Betrugsmaschen wie Enkeltrick, falsche Polizeibeamte, Whatsapp-Kontakt oder Schock-anrufe, die darauf abzielen, den - meistens älteren - Menschen Geld aus der Tasche beziehungsweise vom Bankkonto zu ziehen.

Häufig also werden die Angerufenen extrem unter psychischen wie zeitlichen Druck gesetzt und dazu gedrängt, rasch zu ihrer Bank oder Sparkasse zu fahren, um Geld abzuheben. Und zwar sehr viel Geld. Es geht fast immer um höhere fünfstellige Beträge. Dabei werden die Opfer unablässig am Handy festgehalten, um beispielsweise die Kontaktaufnahme mit Verwandten oder Nachbarn zu verhindern.

An dieser Stelle setzt die neue Präventionskampagne der Polizei an, "denn die älteren Herrschaften fahren ja oft mit dem Taxi zu ihrer Bank und rufen gerne ihren ,Stammfahrer', zu dem schon ein gewisses Vertrauensverhältnis besteht", weiß Polizeioberkommissar Jürgen Seewald von der Polizeilichen Beratungsstelle Main-Taunus. Er will an dieser teils engen persönlichen Verbindung ansetzen: "Taxifahrer sind für uns ein ganz wichtiger Baustein, denn sie können unter Umständen gut einschätzen, ob ihr Passagier - mit dem Fahrziel eines Geldinstituts oder einer ihm unbekannten Übergabestelle - besonders angespannt ist, sich in einem Schockzustand befindet beziehungsweise eingeschüchtert telefoniert. Wir wollen sie daher für solche Situationen sensibilisieren."

Mit dem Info-Flyer appelliert die Polizei eindrücklich an die Taxifahrer, die "Antennen hochzufahren", wenn ein Senior oder eine Seniorin dringend zur Bank gefahren werden will, und durchaus auch mal nachzufragen, um vielleicht eine Straftat zu verhindern. Im Zweifelsfall soll unter der Notrufnummer 110 die Polizei kontaktiert werden. "Wir sind halt auf die Mitwirkung der Fahrer und auch ihrer Disponenten in der Zentrale angewiesen, um ältere Mitbürger vor Betrug zu bewahren", betont David Ausbüttel, Schutzmann vor Ort in Hofheim. Gemeinsam mit Seewald hat er bereits zahlreiche Taxiunternehmen in Hofheim, Kriftel, Hattersheim, Kelkheim und Liederbach aufgesucht, um für die Kampagne zu werben und Aufklärungsarbeit zu leisten. Weitere Gespräche sind in Eschborn, Bad Soden, Sulzbach, Schwalbach, Eppstein Flörsheim und Hochheim geplant.

Einer der Unternehmer erklärte sich direkt bereit, das Schreiben in allen Fahrzeugen auszulegen und gegebenenfalls zu übersetzen, um das Thema auch den Fahrern ans Herz zu legen, die nicht perfekt Deutsch können. Ein anderer erzählt, dass einer seiner Fahrer bereits zweimal Fahrgäste hatte, die Opfer solcher Betrugsversuche waren, dies aber erkannte und somit Schlimmeres verhindern konnte.

Um mit den Fahrern direkt ins Gespräch zu kommen und auf die Problematik hinzuweisen, sind Seewald und Ausbüttel öfter zu Fuß zu den Taxiständen unterwegs und verteilen dort ihre Flyer. "Wir appellieren an die Menschen und ihren Charakter, sich in solchen Situationen zu überlegen, dass es auch die eigene Mutter sein könnte, die gerade um ihr Geld gebracht werden soll", beschreibt Seewald, wie er die Fahrer motiviert, aufmerksam zu sein. Mittlerweile hat er den Landesverband für das Personenbeförderungsgewerbe gebeten, die Information "Werden Sie ein Taxi-Vorbild" seinen Mitgliedern aus dem Main-Taunus-Kreis zur Verfügung zu stellen.

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