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Fraport will für die Billigflieger einen eigenen Flugsteig.

Flughafen Frankfurt

Kein Einspruch gegen Flugsteig G

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Das Verkehrsministerium sieht keine Probleme beim Bau eines Flugsteigs G für Billigflieger am Flughafen Frankfurt. Der Stadt steht es aber frei, zu einem anderen Ergebnis zu kommen.

Der von Fraport beantragte Bau eines Flugsteigs G für Billigflieger ist mit dem Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2009 vereinbar. Dies ergab eine Prüfung des hessischen Verkehrsministeriums unter Mitwirken eines externen Gutachters. Das Ergebnis sei der Stadt Frankfurt jetzt übermittelt worden, teilte das Ministerium am Freitag mit und stellte klar: „Unsere Stellungnahme für die Bauaufsicht der Stadt ist rechtlich aber nicht bindend.“ Die Behörde werde eine eigene Beurteilung vornehmen. „Über die Genehmigung des gesamten Bauantrags entscheidet sie in eigener Verantwortung und unter Einbeziehung sämtlicher sonstiger Aspekte, die diesbezüglich relevant sind.“

Im August hatte Flughafenbetreiberin Fraport den Bauantrag für Pier G in Terminal 3 gestellt. Ursprünglich sollte er erst im zweiten Bauabschnitt realisiert werden. Die Öffnung für Low-Cost-Carrier wie Ryan-air und Co. veranlasste Fraport, den Bau des Flugsteigs vorzuziehen. Geplant ist er zunächst als Schlichtversion ohne Komfort für Passagiere. Menschen und Gepäck werden die ersten drei Jahre per Bus transportiert, bis der Rest des neuen Terminal-Gebäudes im Jahr 2023 in Betrieb geht.

Kritiker hatten ins Feld geführt, dass der Planfeststellungsbeschluss für Terminal 3 ein eigenes Transportsystem vorsieht. Zudem diene die Billigfliegerei nicht der Stärkung der Drehkreuzfunktion, mit der Fraport seinerzeit den Ausbau begründet hatte.

Die Bauaufsicht hatte das Verkehrsministerium um eine Stellungnahme zu dem umstrittenen Antrag gebeten. Das hatte die Fachanwaltskanzlei Redeker, Sellner, Dahs eingeschaltet. Die kam zu dem Schluss: „Das Bauvorhaben entspricht den im Planfeststellungsbeschluss enthaltenen bauplanungsrechtlichen Festlegungen.“ Das Ministerium als Planfeststellungsbehörde habe keinen Anlass und auch keine Möglichkeit, dem Projekt entgegenzutreten.

Mit der Stellungnahme ist noch nichts entscheiden, betonte Minister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Freitag: „Die Stadt kann natürlich – nach eigener Beurteilung – zu einer gegenläufigen Einschätzung kommen.“ Die Bauaufsicht haben neben dem Planfeststellungsbeschluss auch andere Aspekte zu berücksichtigen – etwa den Brandschutz.

Das Gutachten steht im Internet unter wirtschaft.hessen.de.

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