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Der hessische Verkehrsminister will vorrangig in den Ausbau von Autobahnkreuzen, die Sanierung maroder Brücken und zusätzliche Lkw-Parkplätze investieren.

Straßenbau

Hessen investiert in Autobahnkreuze

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Verkehrsminister Tarek Al-Wazir will dort loslegen, wo es am nötigsten ist: An den vielen maroden Autobahnbrücken und speziellen Nadelöhren.

Die Autobahnkreuze im Rhein-Main-Gebiet sind Nadelöhre. Alle sechs sollen ausgebaut werden, so dass der Verkehr auch in der Rushhour rollt. Kosten: knapp 640 Millionen Euro. Dringender Handlungsbedarf besteht auch bei vielen Autobahnbrücken. Und die Raststätten müssen erweiterte werden, denn abends ist es dort so eng, dass Lastwagen auf den Auffahrten parken.

55 Projekte stehen insgesamt auf der Liste, die Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) in Wiesbaden vorgestellt hat. Diese Vorhaben sollen bis zum Jahr 2021 mit höchster Priorität bearbeitet werden.

Das bedeutete keinesfalls, dass alle 55 bis dahin fertig sind und Hessen staufrei ist. Rund fünf Jahre dauern in der Regel allein die Planungen und Genehmigungsverfahren. Erst dann können die Bagger anrollen. Um schneller voranzukommen, übernimmt neben dem Landesbetrieb Hessen Mobil ein externer Dienstleister einen Teil der Aufgaben: Es handelt sich um die Firma Deges, die nach der deutschen Wiedervereinigung die Autobahnen in den neuen Bundesländern plante. Der nun erteilte Auftrag an Deges beinhaltet unter anderem den Um- und Ausbau von 26 Tank- und Rastanlagen. Parkende Lastwagen seien inzwischen auch ein Sicherheitsproblem, sagte Al-Wazir.

Die 55 Projekte gehören zu den insgesamt 92 hessischen, die es vergangenes Jahr auf den neuen Bundesverkehrswegeplan geschafft haben. Diese Menge erfordere eine Prioritätensetzung, sagte Al-Wazir: „Wir werden angesichts der Vielzahl und Komplexität nicht stumpf drauflosplanen und nicht versuchen, alles gleichzeitig zu machen.“ Den Schwerpunkt habe die Landesregierung auf jene Autobahnen gelegt, wo es besonders häufig stockt. Das sind die in Rhein-Main.

Manche Vorhaben liefen schon: etwa der Bau des Autobahndreiecks Erlenbruch oder die Errichtung der neuen Schiersteiner Brücke, bei der in diesem Jahr der erste Teil eröffnet werden soll. An anderen Stellen gebe es weitere Verbesserungen: Der Umbau des Offenbacher Kreuzes sei Voraussetzung für den Ausbau der A3.

Nicht nur Autobahnen stehen auf der Liste. Auch Ortsumgehungen sind darauf verzeichnet - darunter Langen oder Groß-Gerau/Dornheim. Manche sind mit der Farbe gelb versehen: Hier besteht Klärungsbedarf, ob die Trasse überhaupt noch erwünscht ist oder umgeplant werden muss.

Während das noch Zukunftsmusik ist, ist anderorts schnelles Handeln dringend notwendig. „Klassisches Beispiel“, so Al-Wazir, sei die Fuldabrücke Bergshausen auf der A44 Kassel–Dortmund. Gebaut vor mehr als 40 Jahren, sei sie den gestiegenen Verkehrsmengen inzwischen nicht mehr gewachsen. Ende Januar musste in Fahrtrichtung Kasseler Dreieck Süd ein Fahrstreifen der A44 dauerhaft gesperrt werden.

Auch die Autobahnbrücke bei Wiesbaden-Biebrich sei in die Jahre gekommen. Die sogenannte Salzbachtal-Brücke müsse geschont werden. Ein Tempolimit sei eingerichtet worden. Lastwagen müssten bei Stau 50 Meter Abstand halten. Die Planungen für einen Neubau seien im Gange. „Da muss schnell etwas passieren“, sagte der Minister und räumte ein, dass es nicht nur dort bröckelt: „Wir planen und bauen dem Verfall hinterher.“

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