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Die Bahn plant eine Verbindung zu Terminal 3 des Frankfurter Flughafens.

Terminal 3 am Flughafen Frankfurt

Bahn plant den Anschluss

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Trotz des Streits um die Finanzierung ist eine Anbindung von Terminal 3 des Frankfurter Flughafens in Arbeit.

Der Lobbyverein „Pro Flughafen“ nimmt Anstoß an der Forderung aus Frankfurt, dass Fraport sich finanziell an der Schienenanbindung des neuen Terminals 3 beteiligen solle. „Gleichbehandlung ist ein wichtiger Grundsatz unseres Rechtsstaats“, sagt die Vorsitzende Christel Karesch. Nach ihrem Verständnis ist Fraport nichts anderes als eine normale Anliegerin, die nun für Strecken und Bahnhöfe zahlen solle. Dieses Prinzip, sagt sie, müsse dann auch beim Bau der Regionaltangente West angewandt werden. Dafür müssten dann Anwohner und anliegende Gewerbebetriebe zur Kasse gebeten werden.

Am Donnerstag hatten die Frankfurter SPD-Stadträte Klaus Oesterling und Mike Josef das thematisiert, was Land, Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und die umliegenden Kommunen seit Jahren umtreibt. Der Kreis Groß Gerau hatte wegen der befürchteten Verkehrszunahme sogar erfolglos geklagt: In drei Jahren geht Flugsteig G in Betrieb, zwei Jahre später der Rest von Terminal 3. Die Passagiere werden mit Bussen und Autos kommen oder mit der an die alten Terminals angebundenen Personenbahn, die 2023 fertig sein wird. Das Gebäude ist zwar so geplant, dass ein Bahnhof angedockt werden könnte. Doch für den Rest ist nach Fraport-Auffassung die öffentliche Hand zuständig.

Das sehe Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) anders, sagt dessen Sprecher Marco Kreuter der FR: „Der Flughafenbetreiber soll sich – wie damals beim Regionalbahnhof am Terminal 1 – an den Baukosten beteiligen. Der ist ja auch der Hauptnutznießer.“ Ungeachtet dessen trage das Land, wie bei allen S-Bahn-Vorhaben, die Planungskosten. „Die Verhandlungen mit der Bahn laufen derzeit und sind auf einem guten Weg.“

Wie Kreuter betont, steht das Vorhaben in engem Zusammenhang mit einem weiteren Infrastrukturprojekt: der geplanten Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim. Die Riedbahn sei derzeit so überlastet, dass aus Kapazitätsgründen weder die dringend benötigte Taktverdichtung der S-Bahn-Linie 7 möglich sei, noch ein Anschluss an Terminal 3. Entlastung soll die Neubaustrecke bringen.

Im Rahmen der Erstellung des Bundesverkehrswegeplans 2030 habe die Landesregierung dafür gesorgt, dass das Neubauprojekt in Schwung komme, so Kreuter. Auch habe die Deutsche Bahn (DB) kürzlich die Planungen dafür so modifiziert, dass das Terminal bereits bedient werden könne, wenn der erste, nördliche, Abschnitt der Neubaustrecke fertiggestellt sei. „Eine vollständige Inbetriebnahme der Neubaustrecke ist also – anders als bisher angenommen – nicht mehr erforderlich.“ Ein Zeitplan zur Verknüpfung beider Projekte werde derzeit von der DB Netz erarbeitet.

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