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Sven Schoeller muss bangen und siegt knapp in Kassel

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Sven Schoeller (Bündnis 90/Die Grünen) jubelt nach seiner Wahl zum Kasseler Oberbürgermeister.
Sven Schoeller (Bündnis 90/Die Grünen) jubelt nach seiner Wahl zum Kasseler Oberbürgermeister. © dpa

Neuer Oberbürgermeister gewinnt Stichwahl ohne Gegenkandidaten mit 51,21 Prozent.

Für Sven Schoeller war es knapper als erwartet, dennoch wird der 50-Jährige neuer Kasseler Oberbürgermeister – als erster Grünen-Politiker. In der gestrigen Stichwahl holte der Rechtsanwalt 51,21 Prozent der Stimmen. Es war also ein denkbar enger Ausgang dieser in Hessen bisher einmaligen Stichwahl mit nur noch einem Kandidaten, bei der sich die Kasseler nur noch zwischen einem „Ja“ und einem „Nein“ entscheiden konnten.

Die Wahlbeteiligung lag bei 33,2 Prozent, im ersten Wahlgang hatte sie noch bei 40,9 Prozent gelegen.

Der als unabhängiger Bewerber angetretene Amtsinhaber Christian Geselle hatte sich nach dem ersten Durchgang vor zwei Wochen überraschend zurückgezogen, obwohl er mit 31,5 Prozent die meisten Stimmen vor Schoeller (27,8) gewonnen hatte

Sven Schoeller betrat um 19.26 Uhr unter lautem Applaus den Stadtverordnetensaal des Rathauses, wo die Ergebnisse verkündet wurden. Als sein knapper Sieg feststand, sagte er: „Das ist für mich ein außergewöhnlicher Tag.“ Er dankte seinen Wählern dafür, dass ihm eine Mehrheit das Vertrauen geschenkt habe. „Ich werde alles daran setzen, dieses Vertrauen auch zu rechtfertigen“, kündigte Schoeller in einer ersten Stellungnahme nach Bekanntgabe des voräufigen Endergebnisses an.

Auch wenn es zum ersten Mal in einer hessischen OB-Stichwahl nur noch einen Kandidaten gab, war es bis zuletzt ein äußerst spannender Abend in Kassel. Als die ersten ausgezählten Ergebnisse angezeigt wurden, sah es für Schoeller noch nicht gut aus, eine deutliche Mehrheit hatte demnach mit „Nein“ gestimmt.

Zwischenzeitlich wurde eine Grafik an die Wand geworfen, nach der 68,5 Prozent gegen ihn gestimmt hatten. Bis dahin waren vor allem kleinere Wahlbezirke im Kasseler Osten ausgezählt, in der das Geselle-Lager traditionell groß ist. Linke und AfD hatten zudem im Vorfeld empfohlen, mit „Nein“ zu stimmen.

Um 18.39 Uhr lag Sven Schoeller dann erstmals knapp in Führung, also mit mehr als 50 Prozent der Stimmen auf Kurs für die benötigte absolute Mehrheit.

Schoellers Amtszeit beginnt am 22. Juli. Bis dahin führt weiter Geselle die Amtsgeschäfte. Schoeller hat als neuer OB auch eine Mehrheit im Stadtparlament hinter sich, in der eine Jamaika-Koalition aus Grünen, CDU und FDP regiert.

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