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Gut gebrüllt, Pitt.
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Gut gebrüllt, Pitt.

Gut gebrüllt

So süß

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Der Landtag wird ausgehöhlt, bis nur noch seine Fassade steht. Dafür sorgt der Appetit der Abgeordneten., denn die mögen es süß. Unser Korrespondent Pitt von Bebenburg erläutert, warum.

Dem hessischen Landtag wurden schon viele Eigenschaften zugeschrieben. Eines aber hat bisher noch niemand behauptet: Der hessische Landtag ist süß.

Dabei wissen wir seit dieser Woche, dass auch diese Behauptung zutrifft. Der Landtag ist sogar zuckersüß. Zumindest war er das für einige Stunden.

Verantwortlich dafür zeichnete Martina Tibenska, die sich mit Kreationen fantasievoller Konditoreikunstwerke in Wettenberg selbstständig macht („Cake Art“ heißt ihr Laden). Die gebürtige Slowakin hatte eine Torte in Form des Landtags-Schlosses gebacken und so mit Fondant verziert, dass sie dem Gebäude erstaunlich ähnelte. Man sieht es auf dem Bild. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir erhielt die Torte jüngst, als er die Unternehmerin traf.

Eigentlich hatte er sich über die Arbeit der „Wirtschaftspaten“ informieren wollen. Das sind sachkundige Pensionäre wie Tibenskas Unterstützer Wolfgang Leschhorn, die Migranten bei der Gründung von Unternehmen ehrenamtlich behilflich sind. Dann aber wurde die aufwendig verzierte Torte (20 Stunden Arbeit!) serviert und Minister Al-Wazir kam zu dem Schluss: „Die kannst Du jetzt nicht alleine zerstören. Die musst Du dahin bringen, wo sie hingehört.“ Nämlich zum Präsidenten des Landtags, Norbert Kartmann. Der nicht ganz schlanke Parlamentspräsident fand das gut. „Jeder kennt meine Vorlieben“, zwinkerte er, bevor er zum Messer griff und die Torte anschnitt.

Nach dem kleinen Festakt (bei dem Journalisten recherchieren durften, ob die Torte wirklich süß ist) trug die Jung-Unternehmerin ihr Werk ins Landtagsfoyer, wo sich Abgeordnete gerne bedienten. Im Laufe des Sitzungstags wurde die Torte ausgehöhlt, bis nur noch die Landtagsfassade stehen blieb.

Ob Finanzminister Thomas Schäfer etwas abbekommen hat? Gepasst hätte es. Denn der Minister feierte just 51. Geburtstag. Schäfer aber musste aus politischer Vorsicht den Appetit zügeln. Im Parlament hatte er sich des Vorwurfs zu erwehren, er habe innerhalb weniger Jahre im Haushalt fünf Milliarden Euro „verfrühstückt“. Der Minister rechnete vor, das Geld sei anderweitig benötigt worden und nichts zum Beißen übrig geblieben. Schäfer begrüßte es als „Geschenk“, dass er so oft reden durfte. Aber sein Wunsch ging nicht in Erfüllung. Früher hätten „Geburtstagskinder ab Mittag frei“ gehabt, erinnerte Schäfer. Davon konnte 2017 nicht die Rede sein.

Pitt von Bebenburg berichtet von Süßem und Saurem aus dem Landtag. Und er twittert: @PvBebenburg

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