Der Keltenfürst, der bei Glauburg im Wetteraukreis gefunden wurde, ist dort in einem eigenen Museum zu sehen.  
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Der Keltenfürst, der bei Glauburg im Wetteraukreis gefunden wurde, ist dort in einem eigenen Museum zu sehen.  

Beitritte

Südhessen: Der Keltenfürst wird zum Rhein-Mainer

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Die Gemeinde Glauburg soll Mitglied im Regionalverband werden. Dort gibt es Streit um die Stimmrechte.

Der Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main wächst. Nachdem gerade die Wetteraugemeinde Limeshain dem Verband beigetreten ist, haben dessen Mitglieder am Mittwoch den Weg für die Aufnahme von Glauburg (ebenfalls Wetteraukreis) frei gemacht. Um die Erweiterung wird allerdings gestritten.

„Wir freuen uns, dass der Keltenfürst zu uns in den Verband kommt“, sagte Verbandsdirektor Thomas Horn (CDU). Horn bezog sich damit auf die Figur eines Keltenfürsten, die 1996 bei Glauburg geborgen wurde und dort in einem eigens errichteten Museum auf dem Glauberg zu sehen ist.

Die Gemeindevertreter Glauburgs hatten mit großer Mehrheit für einen Beitritt zum Regionalverband gestimmt. Die Verbandsvertreter votierten am Mittwoch einstimmig für die Aufnahme des Ortes. Jetzt muss das Wirtschaftsministerium dem Beitritt noch zustimmen, was als Formsache gilt.

Horst Burghardt (Grüne), Bürgermeister von Friedrichsdorf und Sprecher der Grünen in der Verbandskammer, mahnte eine Debatte darüber an, wie sich der Regionalverband entwickeln wolle. Durch die Aufnahme neuer Mitglieder verschöben sich die politischen Gewichte. So habe eine kleine Gemeinde wie Glauburg mit ihren gut 3000 Einwohnern in der Verbandskammer eine Stimme, ebenso viel wie das rund zehnmal größere Bad Vilbel. „Darüber muss man reden“, forderte Burghardt.

Er kündigte an, dass die Grünen dem Beitritt Glauburgs zustimmen würden, weil dies der Gemeinde bereits versprochen worden sei. „Künftig aber werden wir das nicht mehr mitmachen ohne eine entsprechende politische Diskussion“, sagte er.

Man werde Kommunen den Zutritt nicht verweigern, wenn diese sich dem Ballungsraum zugehörig fühlten, sagte dagegen Bad Vilbels Bürgermeister Thomas Stör (CDU). Der Hammersbacher Bürgermeister Michael Göllner (SPD) warf Burghardt sogar „Despektierlichkeit“ gegenüber kleinen Kommunen vor, was dieser entschieden von sich wies.

Mit Glauburg tritt nach Limeshain nun bereits zum zweiten Mal eine Kommune freiwillig dem 2011 gegründeten Regionalverband bei. Im Verbandsgebiet leben rund 2,4 Millionen Menschen. Künftig werden es dann gut 3000 mehr sein.

Beitreten können grundsätzlich alle Kommunen, die an der Grenze des Verbands liegen und dem Regierungsbezirk Darmstadt (Südhessen) angehören. So ist es im Ballungsraumgesetz festgelegt.

Getagt hatte die Verbandskammer, die sonst im Frankfurter Römer zusammentritt, erstmals in Offenbach. Die dortige Stadthalle bot den Mitgliedern genug Platz, um das coronabedingte Abstandsgebot einhalten zu können.

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