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Hessen

Suchhunde für Wildschweinkadaver

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Im Kampf gegen die Pest setzt Hessen jetzt auch auf die Nase von Vierbeinern. In Ausbruchsgebieten der Afrikanischen Schweinepest habe sich die Tiere bereits bewährt.

Die Weste ist das Zeichen. Je nachdem welches Exemplar sie übergestreift bekommt, weiß Fussel, was heute ihr Job ist. Stöbern etwa oder Schweißarbeit. Jetzt ist für die Jagdhündin eine weitere Weste und eine weitere Aufgabe hinzugekommen: das Aufspüren von Wildschweinkadavern.

Die Steierische Rauhaarbracke ist eine von insgesamt 13 Hunden, die die Gefahr der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Hessen bannen sollen. Acht Wochen Ausbildung liegen hinter ihr und den anderen Hunden. Ein Deutscher Drahthaar ist ebenso darunter wie ein Deutscher Wachtelhund, ein Laika oder ein Basset Fauve de Bretagne. „Die Rasse ist zweitrangig“, sagt Barbara Schäfer, die im Schwalm-Eder-Kreis eine Hundeschule betreibt. Sie hat die, laut Landesjagdverband, erste Kadaversuchhundgruppe aus Hessen ausgebildet.

Fleischpreis im Keller

Bis zu 2500 Euro kostet die Schulung. Das Land Hessen übernehme davon bis zu 500 Euro, heißt es in einer Antwort der hessischen Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) auf eine Anfrage der FDP-Abgeordneten Wiebke Knell. Demnach wurden bisher 18 Anträge gestellt und bewilligt. Geplant sei für Hessen die Ausbildung von insgesamt 30 Gespannen – gemeint ist jeweils ein Mensch und ein Tier.

„Es erfolgt keine Zuteilung nach Landkreisen beziehungsweise kreisfreien Städten.“ Der Einsatz von Kadaversuchhunden in den Ausbruchsgebieten der Afrikanischen Schweinepest habe sich als vorteilhaft erwiesen, so Hinz.

Seit 2007 breitet sich die für Menschen ungefährliche Seuche weltweit aus. Verbreitet wird sie auch über Reste infizierten Fleischs oder infizierter Wurst, die etwa an Autobahnen oder Landstraßen weggeworfen und von Wildschweinen gefressen werden. In Deutschland wurde das Virus bisher in Brandenburg und in Sachsen nachgewiesen. Die Schweinezüchter:innen sind alarmiert: Die Erkrankung ist mit enormen wirtschaftlichen Konsequenzen verbunden. Schon jetzt ist der Fleischpreis im Keller, weil China den Import aus Deutschland gestoppt hat.

Sobald Fussel mit ihrer feinen Nasen Kadaver wittere, setze sie sich hin und gebe Laut, sagt Barbara Schäfer, die nicht nur Ausbilderin ist, sondern auch Halterin der Rauhaarbracken-Dame. Mit Hilfe eines Senders am Halsband kann sie ihre Hündin orten. Als Gespann gehen die beiden dann zum Fundort. Mit großer Vorsicht, denn es könnte sich auch um eine krankes Tier handeln, das mit einem Todesschuss erlöst werden muss. „Ich als Jägerin weiß, wie man töten kann.“

Nicht die Größe oder Rasse sei entscheidend, sondern Gehorsam und ein ausgeprägter Spieltrieb. Das Training läuft über Belohnung. Es gibt feste Rituale und Ausdrücke für bestimmte Tätigkeiten. Wenn Fussel Kadaver suchen soll, wird ihr eine entsprechende Weste übergestreift und das Zauberwort gesagt. Es ist ein hessisches: „gugge mal“.

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