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Suche nach neuer Schulleitung kann dauern

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Führungspersonal aus Königstein und Usingen an Gymnasium abgeordnet

oberursel - Turbulent ging es am Gymnasium Oberursel (GO) vor Schuljahresbeginn zu. Nicht nur, dass der stellvertretende Schulleiter Patrick Weise vor den Ferien in Richtung Kultusministerium verabschiedet wurde. Kurz nach ihm verließ auch Schulleiterin Marietta Grandemange - für viele überraschend - das Gymnasium. Sie arbeitet nun wieder an ihrer vorherigen Wirkungsstätte, der privaten katholischen Bischof-Neumann-Schule in Königstein. Für eine Stellungnahme war sie gestern nicht zu erreichen. Sowohl Grandemange als auch Weise waren erst vor einem Jahr ans GO gekommen.

Das Schulamt hat nun als Übergangslösung zwei Leitungskräfte abgeordnet. Hans-Konrad Sohn, seit 2018 Schulleiter der Christian-Wirth-Schule (CWS) in Usingen, hat für die Arbeit dort nun nur noch eine halbe Stelle und leitet mit einer weiteren halben Stelle das GO. Ähnlich sieht es für die stellvertretende Schulleiterin des Königsteiner Taunusgymnasiums Eva Koch aus. Auch sie ist nun mit einer halben Stelle stellvertretende Schulleiterin in Oberursel .

Die beiden vakanten Posten sind ausgeschrieben. Aber bis ein neuer Schulleiter und ein neuer Stellvertreter gefunden sind, werden noch Monate ins Land gehen. „Für die Stelle des stellvertretenden Schulleiters läuft die Bewerbungsfrist noch bis Anfang Oktober“, so Schulamtsleiterin Dr. Rosemarie zur Heiden auf Anfrage. Die Besetzung der Stelle könne ein halbes Jahr und länger dauern. Die Bewerbungsfrist für die Schulleiterstelle laufe noch rund drei Wochen länger. Da rechne sie mit einem Jahr, bis der neue Schulleiter am GO antreten könne. „Bei solchen Stellen können nicht berücksichtigte Kandidaten gegen die jeweilige Entscheidung klagen“, erklärt zur Heiden. Deshalb könne es dauern. Was die Kollegien von CWS und Taunusgymnasium vermutlich beruhigen wird: „Herr Sohn und Frau Koch bewerben sich nicht um die beiden Oberurseler Stellen“, so zur Heiden. „Beide helfen jetzt nur aus.“ Hilfreich sei unter anderem, dass Koch (Mathematik und Chemie) bereits am GO unterrichtet hatte.

Sohn unterdessen ist mit seinen vier Jahren Amtszeit an der CWS der dienstälteste Schulleiter im Hochtaunuskreis. Er lobt das Oberurseler Kollegium: „Wir haben geordnete Verhältnisse, eine funktionierende Schule und ein gut organisiertes Schulleitungsteam vorgefunden. So sei der Stundenplan, klassische Aufgabe des stellvertretenden Schulleiters, bereits gut vorbereitet gewesen. Ähnlich beschreibt GO-Sprecherin Christina Jung die Lage: „In den Ferien ging alles ein bisschen hopplahopp.“

Das Kollegium hoffe jetzt darauf, dass die ebenfalls vakante Stelle des Fachbereich-3-Leiters (Mathe und Naturwissenschaften) bald besetzt werde. In der Tat sieht es da laut Schulamt recht gut aus. „In diesem Besetzungsverfahren sind wir schon ziemlich weit. Das könnte schnell gehen“, so zur Heiden. Aber auch wenn der Schulbetrieb am GO trotz Übergangslösung gut läuft, was ja das Wichtigste ist: Klar ist auch, dass Schulleiter und Stellvertreterin an ihren ursprünglichen Gymnasien auch so genug zu tun hätten. „Normalerweise hätte ich in diesem Schuljahr an der CWS einen Physik-Leistungskurs übernommen. Aber jetzt gebe ich nur zwei Wochenstunden Physik“, berichtet Sohn, dessen zweites Fach Geschichte ist.

Dass Schulleiter und Stellvertreterin von anderen Schulen mit jeweils halben Stellen abgeordnet werden, sei der ungewöhnlichen Situation geschuldet, dass in Oberursel an einer großen Schule mit rund 1800 Schülern zwei Führungspersonen fast gleichzeitig ausgeschieden seien, erklärt Sohn. „Normalerweise übernimmt der reguläre Stellvertreter übergangsweise die Aufgaben eines ausgeschiedenen Schulleiters.“ cg

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