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Ein Viertel aller Schulabgänger mit Migrationshintergrund absolviert das Abitur.

Migration

Mehrheit der Menschen mit Migrationshintergrund fühlt sich in Hessen wohl

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Eine Studie zur Integration zeigt Fortschritte und Handlungsbedarf. Manchmal ist ein Migrationshintergrund in Hessen immer noch von Nachteil.

Zwischen der Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund bestehen deutliche Unterschiede – von Bildung über Einkommen bis zur Wohnsituation. Sie werden kleiner, sind aber immer noch gut sichtbar. So der Tenor des zehnten hessischen Integrationsmonitors, den Sozialminister Kai Klose (Grüne) jetzt vorgestellt hat. Demnach absolviert ein Viertel aller Schulabgänger mit Migrationshintergrund das Abitur. Der Anteil an Hauptschulabsolventen ist leicht rückläufig, aber noch fast doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Migrationshintergrund. „Das ist ein gutes Zeichen, aber es bleibt noch viel zu tun“, sagte Klose.

Bei der Erwerbstätigkeit klafft eine Lücke von 13 Prozentpunkten. Mit 14 Prozent mehr als doppelt so groß ist die Zahl jener, die trotz Arbeit armutsgefährdet sind. Die Arbeitslosenquote ausländischer Personen lag im vergangenen Jahr bei 10,6 Prozent – gegenüber 3,2 Prozent bei Deutschen. Von dem zu erwartenden Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Folge der Corona-Krise werden Menschen mit Migrationshintergrund besonders betroffen sein, so Klose.

In Hessen leben heute knapp 2,1 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Seit 2005 ist ihr Anteil von 24 Prozent auf 34 Prozent gestiegen. „Aufgrund der Zuwanderung, des im Durchschnitt jüngeren Alters der Migrationsbevölkerung und eines abweichenden Geburtenverhaltens wird der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund auch in Zukunft weiter steigen“, prognostiziert der Minister. Gute Integrationsarbeit verbessere die Lebensqualität aller. Hessen sei durch die demografische Entwicklung und den Fachkräftemangel auf Zuwanderung angewiesen.

Messbar ist gute Integration auch daran, wie sich Menschen mit dem Land, in dem sie leben, identifizieren. Knapp zwei Drittel der Personen mit Migrationshintergrund spüren sich vor allem mit Deutschland verbunden, 31 Prozent mit Deutschland und dem Herkunftsland gleichermaßen. 96 Prozent fühlen sich wohl oder sogar sehr wohl in Hessen. „Wir müssen weiterhin alles daran setzen, dass alle Menschen in Hessen sicher und willkommen sind. Für Rassismus ist in unserem Land kein Platz“, betonte Klose.

Basis des alle zwei Jahre erscheinenden Integrationsmonitors sind amtliche Statistiken und sozialwissenschaftliche Befragungen. Er soll Erfolge aufzeigen und offenlegen, wo Handlungsbedarf besteht.

https://integrationskompass.hessen.de

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