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Studentenwohnheim soll entstehen

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Nach rund zehn Jahren Leerstand ist nun eine neue Nutzung für die ehemalige Jugendarrestanstalt in Friedberg vorgesehen. NICI MERZ © Nicole Merz

Auf dem Gelände der ehemaligen Jugendarrestanstalt in Friedberg soll ein Wohnheim für Studierende entstehen. Dort, wo sich hinter dem Amtsgericht die seit neun Jahren leer stehende ehemalige Jugendarrestanstalt (JAA) befindet, sollen künftig bis zu 440 Studierende wohnen. Dies geht aus der Beantwortung einer Kleinen Anfrage des heimischen FDP-Landtagsabgeordneten Dr.

Jörg-Uwe Hahn an die schwarz-grüne Landesregierung und zudem aus Informationen hervor, die diese Zeitung vom zuständigen Studentenwerk Gießen bekommen hat.

Aus der Prüfung habe sich laut Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) kein weiterer landeseigener Nachnutzungsbedarf an der Liegenschaft ergeben, erläutert Hahn. Nach Abschluss dieser Prüfung habe das Land Kontakt zum für den Hochschulstandort Friedberg zuständigen Studentenwerk Gießen aufgenommen und die Möglichkeiten einer Überlassung der Liegenschaft zur Schaffung von studentischem Wohnraum geprüft.

"Wir gehen davon aus, dass wir die Bestandsgebäude abreißen werden, um neue Gebäude zu errichten. Wenn möglich, wollen wir dies so ressourcenschonend wie möglich tun und können idealerweise vorhandene Bausubstanz weiter nutzen. Für eine Aussage über die Anzahl an Gebäuden und ihre Struktur ist es jedoch noch zu früh", antwortet Eva Mohr, Leiterin der Unternehmenskommunikation beim Studentenwerk, auf eine Anfrage dieser Zeitung. "Unsere Vorprüfungen haben ergeben, dass wir auf dem Gelände bis zu 440 Wohnheimplätze für Studierende schaffen könnten."

Das Studentenwerk hat das Gelände der ehemaligen JAA mit Wirkung zum 1. August im Erbbaurecht vom Land übernommen. Noch gibt es keinen Bebauungsplan für das Areal. "Wir werden die Gespräche mit der Stadt Friedberg unverzüglich wiederaufnehmen, um das Projekt nun zügig vorantreiben zu können", teilt Mohr mit.

Ziel des Studentenwerks sei es, bei der Errichtung und dem Betrieb des neuen Wohnheims "in höchstem Maße ökonomisch und ökologisch vorzugehen". Man strebe daher an, das Projekt autofrei zu realisieren, analog zum Studierendenwohnheim Westside, das gerade in Gießen entsteht.

Wie wichtig bezahlbarer Wohnraum ist, macht Studentenwerk-Geschäftsführer Ralf Stobbe deutlich: "Unser Ziel ist, mindestens zehn Prozent der Studierenden einen Wohnheimplatz anbieten zu können - idealerweise natürlich hochschulnah, attraktiv gelegen und vor allem bezahlbar." Aktuell lägen 92 Prozent der Wohnheimplätze unter dem BAföG-Bedarfssatz fürs Wohnen in Höhe von 360 Euro. "Auch bei Neubaumaßnahmen wollen wir uns hieran orientieren, damit Studieren bezahlbar bleibt."

Auch FDP-Mann Hahn betont die Notwendigkeit, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen: "Eine verbesserte Wohnraumsituation kommt allen jungen Menschen in Ausbildung zugute. Hohe Mietpreise belasten Studierende sowie Auszubildende. Der knappe Wohnungsmarkt ist eine unnötige Bremse für die freie Wahl der Ausbildung. Bezahlbare Mieten werden auf Dauer nur möglich sein, wenn mehr gebaut wird und mehr Wohnräume entstehen, so wie jetzt in Friedberg geplant."

Der Friedberger Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) zeigt sich im Gespräch mit dieser Zeitung erfreut über das Studentenwohnheim-Vorhaben: "Egal was das Studentenwerk Hessen macht, wir begrüßen es. Es ist besser als der jetzige Zustand." Er freue sich, dass Wohnraum für Studierende geschaffen werde, noch dazu in der Nähe der Technischen Hochschule Mittelhessen.

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