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Coronavirus

Streitpunkt Reisevorkasse

  • vonTomas Cabanis
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Hessische Landtagsabgeordnete diskutieren über Verbraucherschutz.

Beim verbraucherpolitischen Frühstück der Verbraucherzentrale Hessen diskutierten am Donnerstagmorgen Vertreter:innen der Landtagsfraktionen über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf hessische Konsument:innen. Dabei ging es vor allem um Vorauszahlungen bei Reisen im Jahr 2021.

Schon vor der Pandemie setzten sich Verbraucherschützer:innen dafür ein, dass Reisende für ihre Unterkünfte und Flüge keine Anzahlungen mehr leisten müssen. Auch Ökotrophologe Knut John (SPD) steht der Vorkasse skeptisch gegenüber. Bei fast allen Geschäften sei es normal, erst eine Leistung zu bekommen und dann zu zahlen, stellte er fest. Deshalb schlage er vor, dass man den Unternehmen eine Versicherung anbieten solle, die sie absichere, wenn Reisen kurzfristig ausfallen.

Man solle aufhören, die Vorkasse so zu verteufeln, sagte hingegen Wiebke Knell (FDP). „Ich denke an die Reisebüros und Ferienwohnungen, die auch eine Absicherung brauchen“, fügte die Politikwissenschaftlerin hinzu. Heide Scheuch-Paschkewitz (Linke) findet ebenfalls, dass Vorkasse geleistet werden müsse. „Der Veranstalter muss die Sicherheit haben, dass ich auch komme, sonst hätte er seine Reise an jemand anderen verkaufen können.“

Lena Arnoldt (CDU) brachte den Bezahldienst Paypal ins Gespräch. Damit sei eine Absicherung auf beiden Seiten möglich. Paypal ist dafür bekannt, dass sich Kunden:innen das Geld für geplatzte Käufe häufig erstatten lassen können, sogar für Flüge. Scheuch-Paschkewitz sieht das kritisch, da bei einer Bezahlung via Paypal Menschen, die keinen Zugang zum Internet hätten, ausgeschlossen seien. Es könne zudem nicht sein, dass „Unternehmen finanzielle Spritzen erhielten, aber der Verbraucher in die Röhre guckt“. Die baden-württembergische Verbraucherzentrale hatte vergangenen Herbst die Lufthansa verklagt, da sie Tickets stornierter Flüge nicht sofort zurückzahlte, obwohl der Konzern staatliche Hilfe von neun Milliarden Euro erhalten hatte.

Außerdem forderten die Verbraucherschützer:innen mehr Aufklärung zu verbraucherpolitischen Themen, vor allem an Schulen. „Mündige Bürger sind erwünscht und durch Bildung in der Schule kann das erreicht werden“, sagt Scheuch-Paschkewitz. Die SPD forderte ein zusätzliches Schulfach, das Ernährung und Alltagskompetenzen behandele. „Ich predige seit Jahren, dass wir so etwas brauchen“, sagte Knut John. Von Bankgeschäften bis Ernährung, Jugendliche wüssten oft nicht viel darüber. Ob dafür ein eigenes Schulfach nötig ist, findet Martina Feldmayer (Grüne) eine schwierige Frage. „Es gibt viele wichtige Themen, die mehr behandelt werden müssten“, sagt sie. Jugendliche nicht nur in der Schule abzuholen, sei wichtig. FDP-Frau Knell schlägt vor, verbraucherpolitische Themen noch intensiver im Fach Wirtschaft zu unterrichten. „Projekttage oder AGs können ebenfalls helfen“, findet sie.

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