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Stets willkommen: Jugendliche aus dem Umland in Hanauer Gymnasien.
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Stets willkommen: Jugendliche aus dem Umland in Hanauer Gymnasien.

Main-Kinzig

Streit um eine neue Schule

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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CDU und FDP in Bruchköbel, Schöneck, Nidderau, Langenselbold und Maintal haben bereits per Verlautbarung den Finger gehoben, der ideale Ort für ein neues Gymnasium zu sein.

Im Main-Kinzig-Kreis hat sich bei den Parteien und Rathauschef:innen der Wettstreit für ein neues Gymnasium aufgeschaukelt. Die bevorstehende Kommunalwahl sorgt dabei für zusätzlichen Schwung. Allerdings besteht im Landratsamt derzeit keine Absicht, eine weitere höhere Schule im Westkreis zu bauen. Hintergrund der Aufregung ist das erneuerte Kooperationabkommen mit der Stadt Hanau, das 2025 voraussichtlich nicht mehr verlängert wird. Zurzeit können pro Schuljahr bis zu 350 Jugendliche aus dem Umland die Gymnasien der Stadt besuchen – und umgekehrt. Hanau will sich vom Kreis loslösen und durchbricht ob der Baugebiete demnächst die 100 000-Einwohner-Marke. Die Stadt benötigt somit zunehmend Unterrichtsplätze an den eigenen Schulen. Aber auch im Westkreis werden weiter große Siedlungen aus dem Ackerboden gestampft, in die Familien einziehen sollen.

CDU und FDP in Bruchköbel, Schöneck, Nidderau, Langenselbold und Maintal haben bereits per Verlautbarung den Finger gehoben, der ideale Ort für das neue Gymnasium zu sein. Die Argumente reichen von vorhandener, ausbaufähiger schulischer Infrastruktur (Bruchköbel), starkem Bevölkerungszuwachs (Nidderau) bis zum Hinweis auf eine frühere Zusage für eine weiterführende Schule (Schöneck). Die Protagonisten fordern schnelles Entscheiden und Handeln vom Kreis, denn bis 2025 soll die Schule stehen.

Für SPD und Grüne sind Pressemitteilungen nicht der Weg. „Das ist für uns klar ein zentrales Thema für den Schulentwicklungsplan“, notiert die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion, Uta Böckel. Der Ende 2020 von Kreisschuldezernent Winfried Ottmann (CDU) vorgelegte Schulentwicklungsplan wurde vom Kreistag unisono zur Nacharbeitung in den Bildungsausschuss geschickt. Mit einem Änderungsantrag will die SPD dort die Diskussion in „geordnete Bahnen“ lenken.

„Laisser-faire-Haltung“ an den Tag gelegt

Ottmanns Vorgänger Matthias Zach (Grüne) sieht den Entwurf zum Schulentwicklungsplan sogar als Grund alles Übels. Bei der Notwendigkeit gymnasialer Angebote im Westkreis habe Ottmann im Entwurf eine „Laisser-faire-Haltung“ an den Tag gelegt. Zach warnt überdies davor, einen „Schulkampf“ zulasten anderer Schulformen wie der integrierten Gesamtschule zu führen. Bevor die Standortdiskussion weitere Runden dreht, fordern Grüne und SPD von Ottmann, Gespräche mit der Stadt Hanau aufzunehmen.

Hanaus Bildungsdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) weist auf FR-Anfrage alle Mutmaßungen zurück. Die Schüler:innen aus dem Umland seien immer Bestandteil des Hanauer Schullebens gewesen. Insofern gebe es weder „historisch noch aktuell politisch in der Stadt Hanau irgendwelche Indizien, die Zweifel an der oberzentralen Rolle Hanaus für die Region im Bildungsbereich begründen könnten“, so Weiss-Thiel. Das werde auch in den nächsten Jahrzehnten so bleiben. Allerdings werde die Stadt ob des Zuzugtrends im Umland kaum zusätzliche Kapazitäten für weitere auswärtige Schüler:innen schaffen. Weiss-Thiel bezeichnet die Spekulationen über die künftige Haltung Hanaus daher als „örtliche wahlkampftaktische Profilierungen“.

Winfried Ottmann teilt mit, er werde sich an der „öffentlichen Diskussion über mögliche Standorte nicht beteiligen“. Er sehe darüber hinaus keine Frage der Politiker:innen, die in Wahlkampfzeiten einen öffentlichen Diskurs erfordere. Sein Arbeitsfeld werde aus den Mitarbeiter:innen der Fachebenen und dem Staatlichen Schulamt bestehen, bemerkt der Dezernent.

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