Hessen

Streit über Naturwald in Hessen

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Umweltministerin Hinz treibt Stilllegung von Flächen in Hessen voran, die FDP lehnt sie ab.

Politiker aller Parteien preisen den Wald als wichtigen Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten ebenso wie als großen Speicher für das klimaschädliche Kohlendioxid. Doch wie sie ihn schützen wollen, ist umstritten. Das wird in den Beiträgen der hessischen Landtagsfraktionen zum „Tag des Waldes“ deutlich.

Angesichts von gewaltigen Schäden durch Dürre, Stürme und Borkenkäfer in den hessischen Wäldern hatten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) im vergangenen August angekündigt, innerhalb von fünf Jahren 200 Millionen Euro für Wiederaufforstung und den Schutz des Waldes auszugeben. Mindestens 100 Millionen Bäume sollen gepflanzt werden. Außerdem soll der Landesbetrieb Hessenforst gestärkt werden.

Ministerin Hinz verfolgt zudem das Ziel, den Anteil des naturnahen Waldes zu steigern, indem der Landesbetrieb Hessenforst schrittweise zehn Prozent der Waldfläche stilllegt. Auch bei einer Anhörung der SPD-Fraktion hatten sich zahlreiche Fachleute dafür ausgesprochen, größere Flächen Wald sich selbst zu überlassen, da die natürlich angesiedelten Bäume stabiler wurzelten als angepflanzte. So äußerte sich etwa Christian Geske vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie.

Die FDP-Forstpolitikerin Wiebke Knell unterstützt die zügige Aufforstung. Sie fordert zum „Tag des Baumes“ allerdings den Verzicht auf solche Flächenstilllegungen. Auch in einem anderen Punkt widerspricht sie der grünen Forstpolitik: Es dürfe „keine weiteren Windräder mehr im Wald“ geben, verlangte Knell.

Knell beklagte „ideologische Diskussionen“. Stattdessen seien „pragmatische Lösungen“ notwendig, um den Waldbesitzern zu helfen. Sie benötigten „unbürokratische Hilfe von der Politik“.

Der Grünen-Forstpolitiker Frank Diefenbach nannte als Ziele, „klimaangepasste Wälder“ aufzubauen, eine „nachhaltige Waldbewirtschaftung“ zu sichern und den Wald langfristig zu erhalten.

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